"Don Giovanni" in WienRegisseur Barrie Kosky: "Über den Tod kann man nur Witze machen"

Die Wiener Staatsoper bekommt einen neuen Zyklus von Mozarts Opern nach den Büchern von Lorenzo da Ponte. Barrie Kosky wird "Così fan tutte" und "Figaros Hochzeit" in den kommenden Spielzeiten inszenieren. Auftakt ist am 5. Dezember mit "Don Giovanni", eine Fernsehpremiere auf ORF III (20.15 Uhr). Ein Gespräch mit dem Regisseur.

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Der Regisseur und Intendand Barrie Kosky (54) ©  imago images/tagesspiegel
 

"Don Giovanni" ist  die Geschichte eines Verführers, obwohl seine Bemühungen in der Oper ständig scheitern. Was halten Sie von ihm?
BARRIE KOSKY: Es ist eine komplexe Figur, aber ich glaube, man sollte als Regisseur nicht mit der Frage anfangen, was oder wer Don Giovanni ist, sondern mit der Frage, was Don Giovanni sein könnte. Und wer Don Giovanni spielt? Don Giovanni ist eine Rolle, genau wie Carmen, wo alles davon abhängt, wer sie singt. Ich könnte stundenlang mit Ihnen über Don Giovanni als Konzept, als Theorie reden. Aber in der Praxis wird das alles bedeutungslos, ein Darsteller kann kein Konzept spielen. Ich kann zum Sänger nicht sagen: Spielen Sie das schwarze Loch der existenziellen Angst. Das hilft keinem Sänger.

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