Eigentlich hätte es ja nur ein Fernsehfilm werden sollen. Aber als "Dampfnudelblues" 2013 stattdessen in die Kinos kam, konnte noch keiner ahnen, dass sich daraus eine erfolgreiche Krimireihe mit insgesamt acht Filmen ergeben würde. Provinz und Mord – das begeistert das Publikum.

Aktuell müssen der Dorfpolizist Franz Eberhofer (Sebastian Bezzel) und sein bester Freund Rudi Birkenberger (Simon Schwarz) in "Guglhupfgeschwader" nicht nur ihre Streitigkeiten bezüglich Franz’ Dienstjubiläum aus dem Weg räumen. Auch auf die Trafik des Lotto-Ottos wurde geschossen, detto auf Omas frisch gebackene Gugelhupfe. Es geht also wieder rund in Niederkaltenkirchen.

Sie sind jetzt seit neun Jahren dabei. "Guglhupfgeschwader" ist der achte Film. Ist das eine Rolle, die man wie eine zweite Haut wieder anlegt?
SEBASTIAN BEZZEL: Wenn ich diese Jeans anziehe und die Lederjacke, spätestens dann denke ich mir, jetzt bin ich wieder Eberhofer. Das ist das Grundgefühl für die Rolle. Trotzdem ist es jedes Mal wieder neu für mich, und ich muss bei null anfangen.
SIMON SCHWARZ: Für mich ist es wirklich jedes Mal eine wahnsinnige Herausforderung. Ich ärgere mich, dass ich den Rudi immer wieder neu suchen und ergründen muss. Ich telefoniere mit der Agentur, sage, dass ich nicht weiß, ob ich das schaffe. Aber ich bin nicht der Einzige.

Kommt inzwischen mehr von Ihnen beiden persönlich in den Figuren durch, oder ist das noch strikt nach Vorlage?
SIMON SCHWARZ: Es geht strikt nach den Drehbüchern. Aber mir ist aufgefallen, dass Regisseur Ed Herzog auch auf dem Set manchmal fragt: "Passt das überhaupt für dich, Franz?"

Wie passen immer wieder die neuen Leute mit rein?
BEZZEL: Die sind ganz wichtig und wir bemühen uns auch, wirklich gute Gastgeber zu sein.
SCHWARZ: Wir werden ja gerne belächelt, und ich finde das ganz toll in diesem Teil, wenn eine Steffi Reinsperger, die ja für die Hochkultur steht, mit so viel Stolz mitmachen kann. Das ist für uns auch ein Kompliment.

Mit Hochkultur meinen Sie die Theaterszene?
BEZZEL: In Österreich und in Deutschland gibt es noch diese Trennung. Es gibt Leute, die nur ins Theater gehen, oder einen Arthouse-Film schauen. Die uns belächeln. Wir machen Unterhaltung, aber es ist keine doofe Unterhaltung. Diese Filme können sehr ernste Motive haben.

Was spricht das Publikum an diesen Filmen an? Ist es der bayerische Humor?
BEZZEL: Es ist keine Bayern-Komödie, sondern eine Provinzkomödie. Die Leute lieben die Provinz und die Figuren. Keiner ist der strahlende Superheld, alle haben ihre Macken, ihre Defizite, aber trotzdem ihren Stolz und Spaß.
SCHWARZ: Wenn ich von meiner Figur spreche, die ist in prekären Arbeitsverhältnissen. Das sind keine Figuren, die lustig sind. Das ist wichtig, dass wir das als Grundlage ernst nehmen. Die Komödie, die passiert drumherum.

Ein solches seriöses Problem in "Guglhupfgeschwader" ist Lottospielen sowie das allgemeine Glücksspiel und Spielsucht. Was macht Lotto mit einem?
BEZZEL: Man muss sich einmal durchrechnen, wie viel Geld man damit verbraten kann. Und das, was der Lotto-Otto mit dem Roulette macht, das ist schon heftig, weil er sich ja wirklich komplett ins Aus schießt.
SCHWARZ: Das eine ist die Frage nach der Spielsucht, und das andere ist die Frage, was macht Geld mit einem? Die Gier nach diesem Reichtum und nicht glücklich zu sein mit dem, was man hat. Dass parallel die Familie noch den Jackpot knacken will, und wie das dann abgeht, das ist natürlich als Kniff wahnsinnig schön.

Der Lotto-Otto erweist sich auch nicht als sehr dankbar für die Hilfe. Rentiert es sich denn, sein Bestes geben zu wollen?
SCHWARZ: Ich glaube, dass der Franz und der Rudi tatsächlich am wenigsten getrieben sind von Bestätigung.
BEZZEL: Ich glaube, dass der Franz beruflich nicht sehr ehrgeizig ist, was Karriere betrifft. Auf der anderen Seite ist er sehr ehrgeizig, wenn er sich in irgendeinem Fall festbeißt. Es ist ja auch so, dass er nicht zur Verleihung von seinem Dienstjubiläum geht, sondern es genießt, mit seinem Hund und seinem besten Freund im Sonnenuntergang ein Bier zu trinken. Da ist er ganz bei sich.

Was ist denn für Sie beide das Geheimnis eines perfekten Gugelhupfs?
BEZZEL: Dass er saftig ist, nicht zu trocken und trotzdem eine Leichtigkeit hat.
SCHWARZ: Keine Ahnung. Ich bin jetzt kein Gugelhupf-Fan, muss ich gestehen. Mir sind die meistens einfach zu trocken.