Die Filme der Woche Eingekocht, verheiratet und in vertrackte Beziehungen verstrickt

Was sich im Kino lohnt und was nicht: Eine revolutionäre Restaurantgründung, eine große Königin und eine Beziehungsgeschichte für das 21. Jahrhundert: Das sind die Filmstarts dieser Woche.

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"A la carte": Revolution in der Küche © Nord-Ouest-Films
 

À la carte - Freiheit geht durch den Magen

Verspottet und vom Adelshof gejagt, sinnt der gedemütigte Küchenchef Manceron (Grégory Gadebois) am Vorabend der Französischen Revolution zu Ende des 18. Jahrhunderts nach Rache. Gemeinsam mit der geheimnisvollen Louise (Isabelle Carré) verwandelt der in Ungnade gefallene Koch ein provinzielles Landhaus in einen Ort des kulinarischen Genusses für Jedermann. Sehr zum Missfallen seines ehemaligen Dienstgebers, des Herzogs von Chamfort (Benjamin Lavernhe). Nach dessen Willen muss der Genuss von Gänseleberpastete, Trüffel & Co. ein Privileg der herrschenden Klasse bleiben. In opulenten Bildern malt Regisseur Éric Besnard („Birnenkuchen mit Lavendel“) eine historische Tragikomödie auf die Leinwand, die antiquierte Gesellschafts- und Geschlechterrollen hinterfragt. Ein cineastisches Prachtmenü, das den (noch gar nicht so lange zurückliegenden) Beginn der französischen Restaurantkultur beschreibt – und ein Augenschmaus für alle Sinne!
Jürgen Belko
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La dea fortuna – Die Göttin des Glücks

Alessandro (Edoardo Leo) und Arturo (Stefano Accorsi) wirken glücklicher, als sie sind. Hinter der Fassade des homosexuellen Pärchens brodelt es. Als sie sich bereit erklären, auf die Kinder einer Jugendfreundin aufzupassen, droht ihrer Beziehung das Aus: Die Kinder machen die Alltagsroutine zur „Mission Impossible“ und Alessandro entdeckt, dass ihn Arturo seit Jahren betrügt. Liebe, Vertrauen, Freundschaft – Ferzan Özpetek („Männer al dente“) beleuchtet in seiner Tragikomödie die Irrungen und Wirrungen menschlichen Miteinanders. Trotz des unspektakulären Plots punktet das emotionale Kaleidoskop des türkisch-italienischen Regisseurs mit gelungenen Bildkompositionen und Tiefgang.
Jürgen Belko
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Margrete - Die Königin des Nordens

Anfang des 15. Jahrhunderts gelingt der dänischen Königin Margarethe ein historischer Coup: Sie vereint Skandinavien. Charlotte Sielings exquisit ausgestattete Mischung aus Historienfilm und Charakterdrama setzt an, als das friedliche Klima zu kippen droht. Ein Angriff deutscher Truppen soll durch eine Hochzeit zwischen Margarethes Adoptivsohn und einer britischen Prinzessin verhindert werden. Doch die Ankunft eines Mannes, der sich als ihr totgeglaubter leiblicher Sohn ausgibt, stellt das Vorhaben auf den Kopf. Der ansehnliche, langwierige Kostümfilm glänzt mit spannend erzähltem Verschwörungsplot und durch die einnehmende Präsenz seiner Hauptdarstellerin Trine Dyrholm.
Christian Pogatetz
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