AccessControl ac = AccessControl.getAccessControl(request);

41. Max-Ophüls-Preis Renommierter Regie-Preis für Grazerin Johanna Moder

Schöne Erfolge für österreichische Filme in Saarbrücken: So wurde beim Max-Ophüls-Preis Johanna Moders Gesellschaftssatire „Waren einmal Revoluzzer“ für die „Beste Regie“ gewürdigt und Arash T. Riahis Jugenddrama „Ein bisschen bleiben wir noch“ mit dem „Publikumspreis Spielfilm“ geehrt.

Johanna Moder (40) gewann mit ihrer Gesellschaftssatire „Waren einmal Revoluzzer“ den Regie-Preis © Lukas Moder
 

Nach zuletzt „Joy“, „Kaviar“, „Nevrland“ (2019) und „Cops“ (2018) darf sich der ORF 2020 gleich über zwei weitere Auszeichnungen beim Max-Ophüls-Preis, einem der renommiertesten Festivals für den jungen deutschsprachigen Film, freuen. Mit Johanna Moders Gesellschaftssatire „Waren einmal Revoluzzer“, gewürdigt mit dem Preis für die „Beste Regie“, und Arash T. Riahis Jugenddrama „Ein bisschen bleiben wir noch“, der mit dem „Publikumspreis Spielfilm“ geehrt wurde, reüssierten zwei vom ORF im Rahmen des Film/Fernseh-Abkommens kofinanzierte österreichische Kinoproduktionen. Die Auszeichnungen wurden Samstagabend (25. Jänner) zum 41. Mal in Saarbrücken verliehen.

Johanna Moders mit u. a. Manuel Rubey, Julia Jentsch, Aenne Schwarz und Marcel Mohab besetzte Satire „Waren einmal Revoluzzer“ nimmt die Hilfsbereitschaft der politisch engagierten, linksliberalen Mittdreißiger unter die Lupe. Die Jury begründete ihre Entscheidung, Moder den mit 5.500 Euro dotierten Filmpreis des saarländischen Ministerpräsidenten für die beste Regie (ergänzt durch eine Verleih-Förderung in gleicher Höhe) anzuerkennen u. a. folgendermaßen: „Die von uns ausgewählte Regisseurin hat uns nicht nur durch ihr hochintelligentes und relevantes Drehbuch überzeugt, sondern dieses auch mit ihrer unverwechselbaren Handschrift virtuos zum Leben erweckt. Mit entwaffnendem Humor, zärtlich und schonungslos führt sie uns vor Augen, wie unsere Gesellschaft Wohltätigkeit predigt, ohne aber die eigene Komfortzone zu verlassen.“ Der österreichische Kinostart ist für den 20. März 2020 vorgesehen.

Arash T. Riahis Drama „Ein bisschen bleiben wir noch“ rollt die Flüchtlingsthematik auf unkonventionelle Art und Weise aus der Sicht der beiden tschetschenischen Flüchtlingskinder, gespielt von Leopold Pallua und Rosa Zant, auf und erhielt die höchste Zuschauerwertung des Wettbewerbs in der Kategorie Spielfilm. Der dafür vergebene Publikumspreis ist mit 5.000 Euro dotiert.
Der Film erzählt von den Geschwistern Oskar und Lilli, die von ihrer psychisch labilen Mutter getrennt werden und bei zwei unterschiedlichen Pflegefamilien landen. In die Freude des österreichischen Regisseurs iranischer Herkunft, dass das Publikum einen Film über tschetschenische Flüchtlinge möge, mischte sich auch Skepsis, ob es der Film in die Kinos schaffe: "Vermutlich werden ihn sich einige Verleiher anschauen und sich dann denken: Ist ein schöner Film, aber es gibt ja keine deutschen Stars drin. Das wird nicht funktionieren."

Szene aus "„Ein bisschen bleiben wir noch“ Foto © Wega-Film

In Saarbrücken werden außerdem zwei weitere österreichische (Ko-)Produktionen gewürdigt: Das schweizerisch-österreichische Ensembledrama „Lovecut“ der beiden Filmemacherinnen Iliana Estañol und Johanna Lietha erhält den mit 13.000 Euro ausgestatteten Fritz-Raff-Drehbuchpreis; die mit 5.000 Euro dotierte Auszeichnung für den besten Kurzfilm geht an „Das beste Orchester der Welt“ von Haneke-Schüler Henning Backhaus, der u. a. schon beim ORF-Klassik-Videoclip-Projekt „Songbook“ mitwirkte.

Diskutieren Sie mit - posten Sie als Erste(r) Ihre Meinung! Kommentieren