Seit Wochen gibt es auf allen Kanälen und in fast allen Medien nur ein Thema: die Frauen-Euro. (Noch nie hat übrigens eine Männer-Euro unter dieser Bezeichnung stattgefunden . . .) Wie auch immer: Frauen beweisen am Spielfeld gerade eindrucksvoll, dass sie Technik und Taktik genauso gut beherrschen wie das andere Geschlecht (im Tennis, Skifahren etc. haben sie das freilich immer schon bewiesen …). Und – kein großes Wunder – beim Fußball erleiden Frauen leider auch die gleichen Verletzungen wie Männer.
Ob das freilich ein feministisches und emanzipatorisches Anliegen ist, wage ich nicht zu sagen: Es ist gerade merkwürdig still in dieser Ecke. Auf alle Fälle ist die Entwicklung eine Freude für den Fußballfreund und die Fußballfreundin – und der Lohn ist: "Wir" spielen gegen "die Deutschen": Manches bleibt immer gleich ...
Mir als Hobby-Feministen fällt sprachlich unangenehm auf, dass – auch wenn nur Frauen auf dem Platz stehen – immer noch dann und wann von "Mannschaftsaufstellungen" die Kommentatorinnenrede ist: Warum sind elf Frauen keine "Frauschaft"? (Übrigens existiert in Österreich noch immer keine Literatinnennationalfrauschaft! Da wartet noch viel Bewusstseinsbildungsarbeit! Apropos: In die Literaturgeschichte zurückblickend wirkt es schon seltsam, dass männliche Figuren mehrheitlich beim Nachnamen, weibliche dagegen vorwiegend beim Vornamen genannt werden. Testen Sie Ihre eigene Bildung, prüfen Sie es nach!). Es ist aber auch wirklich widersinnig, wenn Frauen "Zinsberger" oder "Hickelsberger" heißen. Frauen sollten selbstverständlich das Recht auf weibliche Namensendungen haben! Zinsbergerin! Hickelsbergerin! Nordische und vor allem slawische Sprachen haben unserer Sprache da etwas voraus. Umgekehrt zeigt die "Women’s Euro", dass Länder mit slawischen Sprachen im Frauen-Fußball nicht viel zu melden haben, und sogar in der Österreichischen Nationalfrauschaft spielen deutlich weniger Frauen mit Migrationshintergrund als bei den Männern. So kompliziert ist die Welt geworden …
Nicht mir, meiner Tochter ist aufgefallen, dass bei den Frauen die Hosen kürzer sind als bei den Männern. Ich selbst höre lieber zu: Torfrau Manuela Zinsberger(in) sagte nach dem Sieg über Nordirland im Flash-Interview: "Gegen Norwegen können wir mit erhobener Brust spielen!" Auch was Stilblüten angeht, sind Frauen Männern also durchaus ebenbürtig. Die Stilblüte hätte von Hans Krankl sein können.