HeimspielStrizzis, Huren und Kriminalbeamte: Die Filmreihe "Dunkles Wien entführt in Abgründe

Heute im Programm: Eine fantastische historische Reihe vom Filmarchiv Austria, die Hauszustellung der Ars Electronica und ein virtuelles Wochenende in Museen, die heute noch nicht aufsperren.

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Meisterwerk und Milieustudie: "Mann ohne Schatten" mit Helmut Qualtinger © ORF
 

Retro-Film-Reihe "Dunkles Wien"

Das Filmarchiv Austria hat uns mit seiner schnellen Öffnung seines Archivs und diversen Spezialreihen durch die Corona-Krise geholfen. Aktuell kann man in der Retro-Reihe "Dunkles Wien" online in den Abgründen des heimischen Filmschaffens der 1950er und 1960er einchecken. Was für ein Erlebnis! Jede Mai-Woche ist ein anderer Klassiker des Krimi- und Kolportagekinos kostenlos streambar. Bis 21. Mai steht "Asphalt" von Harald Röbbeling aus dem Jahr 1951 auf dem Programm. Ausgehend von Wiener Polizeiakten werden Schicksale von fünf Jugendlichen erzählt. Johanna Matz spielt in Asphalt eines der „gefallenen“ Mädchen, das, nachdem es als Tänzerin in einer Bar enttäuscht wurde, beschließt, wie ihre Kolleginnen ihren Körper zu verkaufen. Ironie der Geschichte: Aus Johanna Matz wurde später ein Star des Heimatfilms, die ihre Leinwandkarriere als "gefallenes Mädchen" begann.

Weitere filmische Ausflüge ins dunkle Wien gewährt u.a. die Arbeiten "Wienerinnen - Schrei nach Liebe" von Kurt Steinwender, in dem neben Stars wie Heinz Moog oder Hans Putz Newcomer wie Karlheinz Bähm, Hilde Rom oder Edith Klinger einem größeren Publikum bekannt wurden. Immer wieder großartig anzusehen ist Helmut Qualtinger mit mächtigem Auftritt als grantelnder Polizeirat Radosch in "Mann ohne Schatten" von Arthur Maria Rabenalt aus dem Jahr 1961. Die Ermittlungen führen ihn direkt ins Milieu. Und für Herbert Fux begann mit diesem entlarvenden Film eine Filmkarriere als Bösewicht vom Dienst. Und Ex-Werbefilmer Eddy Saller montiert ein bisschen "Sex and Crime" in dem Film "Geißel des Fleisches" aus dem Jahr 1965. Dieser ist inspiriert von den Aufsehen erregenden Mordfällen des selbsternannten "Mörders von der Oper" Josef Weinwurm, der 1964 zu lebenslangem verschärftem Kerker verurteilt wurde.

Hauszustellung der Ars Electronica

Die aufregende Spielwiese des Ars Electronica Centers in Linz bleibt vorerst geschlossen. Das zukunftsorientierte Festival bietet jedoch ein Home-Delivery-Service an: Userinnen und User erleben geführte Touren durch die Ausstellungen, die Labs, Konzerte mit Echtzeitvisualisierungen, ein virtueller Besuch in den hochauflösenden 3 D-Welten des Deep Space, dazu Workshops und Talks mit internationalen Wissenschaftlern. Am heutigen Freitag steht ab 19 Uhr ein Live-Konzert von Maki Namekawa und Dennis Russell Davies auf dem Programm, die erneut am Computerflügel Bösendorfer 290 Imperial CEUS im „Klavierzimmer“ des Ars Electronica Center Platz nehmen. Zu hören sind: Steve Reichs Piano Phase und Two Choral Preludes von Johann Sebastian Bach, arrangiert für Klavier vierhändig von György Kurtag. Ein moderierter Talk eröffnet im Anschluss an das Konzert die Möglichkeit, mit den KünstlerInnen live via Skype zu plaudern. Alle Details finden Sie hier.

Digitaler Museumsbesuch

Zwar öffnen die ersten Museen heute endlich wieder ihre Türen, dennoch kann man sich - und in manchen Teilen Österreichs spricht das Wetter dafür - auch ins WWW stürzen: nach dem Corona-Lockdown wieder ihre Türen, dennoch können sich Anhänger des digitalen Kunstgenusses am Wochenende auch ins World Wide Web stürzen: Die acht Häuser Architekturzentrum Wien, Belvedere, Kunsthalle Wien, Leopold Museum, Zoom Kindermuseum, Mumok, das Wiener Museumsquartier und die galerie gugging eranstalten gemeinsam ein digitales Wochenende, in dessen Rahmen virtuelle Führungen angeboten werden. Guten Eintritt!

 

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