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#wirhörenzusammenProtest, Seele und Funk: Wie es nur schwarze Künstler können, aufgelegt von Thomas Golser

Eine Spotify-Playlist für jede Stimmungslage: Die Redakteure der Kleinen Zeitung legen für Sie Songs auf, die durch den Alltag helfen.

Tracy Chapman © EPA/Martial Trezzini
 

Die Ermordung von George Floyd und der dahinter steckende Rassismus steckte die USA in Brand. Die ewig gültige Formel „Music is a Healer“ muss gerade jetzt gelten. „Black Lives Matter“ – eine Wahrheit, die auch die Rückständigen und Intoleranten zur Kenntnis nehmen müssen. Und daran, dass „schwarze“ Musiker in allen Stilrichtungen großartige Songs abliefern, besteht auch kein Zweifel.

Der zehnfach erbrachte Beweis:

Den Anfang macht eine eher obskure Nummer aus dem Jahr 1983: Mit „If the people only knew“ stärkte Gary Byrd und seine GB Experience seinen schwarzen Mitbürgern das Selbstvertrauen. Protoptypischer, früher Rap und ein genialer Refrain mit einiger wichtigen Botschaft – eine Wiederentdeckung. Der kürzlich verstorbene Bill Withers war ein stiller Großer, der nicht übermäßig viel veröffentlichte, vieles davon überdauerte aber die Jahrzehnte. Aus dem genialen Album „Live At Carnegie Hall“ sei „Let Us Love“ empfohlen. Michael Kiwanuka ist einer der hell aufgehenden Sterne am Himmel des Old-School-Soul: „I Need Your Company“ ist ein etwas älteres Stück, das seine unbestreitbaren Qualitäten aber bereits klar zeigt. Ben Harper, der Maestro zwischen Funk und Blues, ist seit vielen Jahren ein Qualitätslieferant: „The Will To Live“ ist ein akustisches Aufbäumen. Große Kunst. Die A-Seite beschließt ein zartes Stück von Rodriguez: „Crucify Your Mind“ ist ein starkes Statement des obskuren Künstlers, der über Jahrzehnte verschollen war und den die Dokumentation „Sugar Man“ wieder auf die Konzertbühnen spülte.

„Winter in America“ von Gil Scott-Heron ist ein Paradestück eines Exzentrikers – und gerade jetzt passt er schmerzhaft gut. 46 Jahre alt und doch noch brandaktuell. Zeit für einen kurzen Schwenker in Richtung Reggae: „Turn Your Lights Down Low“ ist eine der nicht ganz so bekannten Nummern des unsterblichen Bob Marley und seinen Wailers. Die romantische Seite, die er hier offenbar, steht ihm gut. „Bad Bad News“ hat Leon Bridges im Gepäck – und ja, davon kommt derzeit gerade aus den USA reichlich. Den „Change“ beschwor Tracy Chapman in ihrem 2005er-Album „Where You Live“ herauf. Nun, manchmal braucht der Wandel offenbar etwas länger. Chapman, die sich seinerzeit noch blutjung mit den zwei Liedern „Fast Car“ und „Talkin‘ About A Revolution“ in den Musikannalen verewigte: immer eine gute Wahl. Den instrumentalen Abschluss macht Robert Glasper, der auch Hip-Hop kann, aber hier wunderschönen Jazz vorlegt: „So Beautiful“, in der Tat.

Zuletzt würdigte auch Bernd Melichar die Proteste in den USA mit einem Mixtape. 

Der Tod oder besser: Mord (Bürgermeister Jacob Frey) an George Floyd in Minneapolis muss hier nicht weiter diskutiert werden, das schockierende Video spricht für sich.

Statt Worten wollen wir hier die Musik sprechen lassen und haben deshalb Songs ausgewählt, die alle eines gemein haben: Sie handeln vom Unrecht, das der schwarzen Bevölkerung in den USA (und anderswo) noch immer widerfährt, von der Benachteiligung auf allen Ebenen, von Hass, unverhohlenem Rassismus und Ausgrenzung -  aber diese Songs handeln auch  vom ungebrochenen Stolz dieser Menschen und von der Kraft, immer wieder laut gegen dieses Unrecht anzuschreien.

 

Auf Spotify gibt es übrigens auch unseren täglichen Podcast "Corona Update" in dem der Infektionsspezialist Bernhard Haas die wichtigsten Fragen rund um Covid-19 beantwortet. 

 

Kommentare (3)

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ASchwammerlin
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Bitte keine Musikempfehlungen vom Herrn Melichar

weil das kann nur schief gehen. Man erinnere sich noch an seine NOVA ROCK Berichte, anscheinend hatte der gute Mann Angst vor IRON MAIDEN und Co. Jetzt hat er seine Liebe zum JAZZ entdeckt, bei diesen Empfehlungen kommen einem tatsächlich die Tränen!

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ASchwammerlin
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Gebe dir ja recht

und die Geschmäcker, dass wiss ma eh. Aber irgendwie habe ich die ganze Corona Sch.... Zeit einmal auf eine gute Musikempfehlung gewartet und es ist nichts gekommen, auch nicht von den anderen Kulturredakteuren, nicht nur nicht vom Bernd Melichar. (was für ein Deutsch) Wie wollten uns ja alle mit Musik ein bisschen aufrichten. Du warst der Erste, mit SAVATAGE. Dafür ein herzliches Danke!

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Irgendeiner
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Komm,Geschmäcker sind verschieden,der will was Gutes machen,laß

ihn,Jazz ist auch nicht unbedingt meins und ich hätte ja zweifelsfrei für uns Alten
Nick Drake "They leaving me behind" oder Broughton "Evening over rooftops" oder für Metall-Fans wie Dich Savatage "Devastation" reingestellt,aber ich bin halt ein alter Zyniker.Aber der möchte nicht Kritik üben und sarkastisch sein sondern Menschen zusammenführen und ihnen was erleichtern,ist doch gut.Und wer wirklich Zugang zu Musik hat, hat die selbst daheim und hört die eigenen Lieblingsnummern.Jedes nach seiner Art.

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