"Courage und Ermutigung in der Pandemie"Salzburger Festspiele räumten bei Musiktheaterpreis ab

Der Österreichische Musiktheaterpreis würdigt herausragende Leistungen an heimischen Häusern. Die Salzburger Festspiele gingen heute Abend (2. August) in Steyr mit den meisten Auszeichnungen heim.

×
Artikel gemerkt

Gemerkte Artikel können Sie jederzeit in Ihrer Leseliste abrufen. Zu Ihrer Leseliste gelangen Sie direkt über die Seiten-Navigation.

Zur Leseliste
Festival mit Courage: Das Direktorium der Salzburger Festspiele - Lukas Crepaz, Helga Rabl-Stadler und Markus Hinterhäuser - konnte sich über fünf Preise freuen © SF/Anne Zeuner
 

Die Salzburger Festspiele haben bei den diesjährigen Österreichischen Musiktheaterpreisen, die heute Abend im Schloss Lamberg in Steyr vergeben wurden, abgeräumt: Sie erhielten fünf Auszeichnungen, darunter den Sonderpreis für „Courage und Ermutigung in der Pandemie“. Die Volksoper Wien wurde ebenfalls mehrfach prämiert. Der deutsche Tenor Jonas Kaufmann bekam den Internationalen Medienpreis. Der Wiener Tenor Heinz Zednik wurde für sein Lebenswerk geehrt, der 81-Jährige wertete das als „Aufforderung, lebendig zu sein“ (ein Porträt lesen Sie hier).

Der Musiktheaterpreis sei „eine tiefe Verneigung vor Menschen, die uns unter widrigsten Umständen mit dem Grundnahrungsmittel Kultur genährt haben“, sagte Präsident Karl-Michael Ebner, „ihnen gebühren unser Respekt und unsere Hochachtung“. Die Salzburger Festspiele hätten mit ihrem Stattfinden im Pandemie-Sommer 2020 Unmögliches möglich gemacht und damit einen Leuchtturm in die weltweite Kulturlandschaft gesetzt, wurde der Sonderpreis in einer Aussendung begründet.

Die Salzburger Festspiele heimsten aber auch drei Preise für Mozarts „Così fan tutte“ ein – beste Opernproduktion, beste Regie (Christof Loy) und beste Hauptdarstellerin (Elsa Dreisig/Fiordigli), dazu einen für die musikalische Leitung von Franz Welser-Möst in der „Elektra“ von Richard Strauss.

Die Wiener Volksoper konnte drei Preise für „Cabaret“ ergattern: beste Musicalproduktion, Ruth Brauer-Kvam („Conférencier“) und der scheidende Direktor Robert Meyer (Herr Schultz) als bester Nebendarsteller; außerdem wurde „König Karotte“ von Jacques Offenbach zur besten Operettenproduktion gekürt.

Der Österreichische Musiktheaterpreis wurde 2012 vom Volksopern-Tenor Karl-Michael Ebner (49) ins Leben gerufen. Mit diesem Preis werden herausragende Leistungen in den Opern- und Theaterhäusern Österreichs und der bunten österreichischen Festivallandschaft ausgezeichnet. Dazu werden die Produktionen der vorangegangen Spielsaison von den Bühnen eingereicht und von einer namhaften, heuer zehnköpfigen Jury aus Medienvertretern bewertet. Der „Oscar“ des Musiktheaters zeigt in einer Statuette aus Glas die Figur des Papagenos aus der Oper „Die Zauberflöte“ in 3D.

Ausnahmetenor Jonas Kaufmann erhielt den Internationalen Medienpreis Foto © APA

Alle Preisträger

Beste weibliche Hauptrolle: Elsa Dreisig als Fiordigli in „Così fan tutte“ bei den Salzburger Festspielen

Beste männliche Hauptrolle: Piotr Beczała als Jontek in „Halka“ am Theater an der Wien

Bester weiblicher Nachwuchs: Laura Schneiderhan als Lola Blau ind „Heute Abend Lola Blau“ am Tiroler Landestheater Innsbruck

Bester männlicher Nachwuchs: Rafael Helbig-Kosta als Erzähler in „Britten: The Rape of Lucretia“ im Opernstudio des Landestheaters Linz

Beste Ausstattung: Nicole Pleuler für „Impresario Dotcom“ bei den Bregenzer Festspielen

Beste musikalische Leitung: Franz Welser-Möst für „Elektra“ bei den Salzburger Festspielen

Beste Gesamtproduktion Oper: „Così fan tutte“ bei den Salzburger Festspielen

Beste Gesamtproduktion Ballett: „The Tempest“ am Tiroler Landestheater

Off-Theater-Preis in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport: „Dreigroschenoper“ des Vereins Volkskantine (Innsbruck)

Beste weibliche Nebenrolle: Ruth Brauer-Kvam als Conférencier in „Cabaret“ an der Volksoper Wien

Beste männliche Nebenrolle: Robert Meyer als Herr Schultz in „Cabaret“ an der Volksoper Wien

Gesamtproduktion Musical: „Cabaret“ an der Volksoper Wien

Gesamtproduktion Operette: „König Karotte“ an der Volksoper Wien

Beste Regie: Christof Loy für „Così fan tutte“ bei den Salzburger Festspielen

Sonderpreis „Bestes Barock-Festival“: Festwochen der Alten Musik (Innsbruck)

Sonderpreis „Bestes Orchester“: Wiener Philharmoniker

Sonderpreise „Internationales Musik- und Kulturengagement“: Dirigent PANG Ka-Pang    und das Suzhou Chinese Orchestra

Sonderpreis „Bestes Unterhaltungstheater“: Peter Hofbauer für das Wiener Metropol

Sonderpreis „Beste internationale Musiktheaterproduktion“: André Heller (Regie) und Zubin Mehta (musikalische Leitung) für „Der Rosenkavalier“ an der Staatsoper Unter den Linden (Berlin, Deutschland)

Sonderpreis „Internationaler Medienpreis“: Jonas Kaufmann

Sonderpreis „Lebenswerk“: Heinz Zednik

Sonderpreis „Courage und Ermutigung in der Pandemie“: Salzburger Festspiele

www.musiktheaterpreis.at

Diskutieren Sie mit - posten Sie als Erste(r) Ihre Meinung!