Die GewinnerPolitisch, divers, fokussiert: Diese Filme sind die Sieger der Diagonale

In die Gegenwart verstrickt und als Gegengift: Die Diagonale 2019 bleibt politisch. Beide Hauptpreise des Filmfestivals gingen an Filme, die von der traumatischen Lage in Syrien berichten.

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Diagonale 2019
Familienbild des Österreichischen Films: Das sind die Diagonale-Gewinner 2019 © Ballguide/Gregor Hiebl
 

Breite und Diversität kennzeichneten das Diagonale-Programm, das Festivalfinale wird aber eher für seine Fokussiertheit in Erinnerung bleiben: Beide Hauptpreise gingen gestern Abend im Grazer Orpheum an Filme, die sich mit der traumatischen Lage in Syrien auseinandersetzen. Als bester Spielfilm wurde „Chaos“ von Sara Fattahi ausgezeichnet; als beste Doku Nathalie Borgers „The Remains – Nach der Odyssee“.
Die in Wien lebende syrische Filmemacherin Fattahi befasst sich in ihrem filmischen Essay am Beispiel dreier Frauen mit dem Bürgerkrieg in ihrem Heimatland. „Chaos“, schon beim Filmfestival in Locarno mit dem Goldenen Leoparden der Sektion „Cineasti del Presente“ geehrt, erzählt vom Exil und von Menschen, die körperlich in Sicherheit, aber psychisch nach wie vor in den Krieg verstrickt sind.

Sarah Fattahi
Großer Diagonale-Spielfilm-Preis für Sarah Fattahi Foto © Gregor Hiebl

"Heute fühle ich mich als Österreicherin", sagte Fattahi.

Borgers erzählt von einer syrischen Familie, die auf der Flucht über das Mittelmeer 13 Angehörige verloren hat. „The Remains“ schildere den „Schmerz einer Familie vor dem Hintergrund einer der größten humanitären Katastrophen der Gegenwart“, begründete die Jury.

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Diagonale 2019: Das sind die Preisträgerinnen und Preisträger

Das Grazer Orpheum leuchtete Samstagabend nicht nur von außen, drinnen strahlten die frisch gekürten Preisträgerinnen und Preisträger.

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Sara Fattahi erhielt den Großen Diagonale-Spielfilmpreis für "Chaos".

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Nathalie Borgers wurder für ihre Arbeit "The Remains - Nach der Odyssee" mit dem Großen Diagonale-Preis für den besten Dokumentarfilm ausgezeichnet.

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Kulturminister Gernot Blümel, erstmals zu Gast auf der Diagonale, überreichte ihr den Preis.

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Über den Diagonale-Schauspielpreis darf sich Joy Alphonsus für ihr Spiel in Sudabeh Mortezais Drama "Joy" freuen

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Ebenso ein Newcomer und gleich ausgezeichnet: Simon Frühwirth für sein stilles, präzises Spiel in "Nevrland"

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Grandiose Performance als Moderatorin: Schauspielerin Susi Stach in einem goldenen Diagonale-Kostüm

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"Ich freue mich für die Familien, die ein so schmerzhaftes Schicksal haben und so durch diesen Preis eine Aufmerksamkeit bekommen", sagte die ausgezeichnete Filmemacherin.Erfreulich: Für beide Filme steht der Kinostart bereits fest: „The Remains“ läuft bereits am 5. April an, „Chaos“ am 4. Oktober.

Die Preisträgerinnen und Preisträger

  • Großer Diagonale-Preis Spielfilm (21.000 Euro): Sara Fattahi für „Chaos“.
  • Großer Diagonale-Preis Dokumentarfilm (21.000 Euro):  Nathalie Borgers für „The Remains – Nach der Odyssee“.
  • Diagonale-Preis Innovatives Kino (10.000 Euro): Jennifer Mattes für „Wreckage takes a holiday“.
  • Diagonale-Preis Kurzspielfilm (5500 Euro): Raphaela Schmid für „Ene mene“.
  • Diagonale-Preis Kurzdokumentarfilm der Diözese (4000 Euro): Johannes Gierlinger für
    „Remapping the origins“.
  • Diagonale-Preis der Jugendjury des Landes (4000 Euro): Nicolas Pindeus für „Zufall & Notwendigkeit“.
  • Diagonale-Preis Bildgestaltung (je 3000 Euro): Klemens Hufnagl für „Bewegungen eines nahen Bergs“, Christiana Perschon für
    „Sie ist der andere Blick“.
  • Diagonale-Preis Schnitt
    (je 3000 Euro): Peter Schreiner für „Garten“ und Arthur Summereder für „Die Tage wie das Jahr“.
  • Diagonale-Preis Sounddesign (je 3000 Euro): Pia Dumont für „Angelo“, Florian Kindlinger für „Erde“.
  • Diagonale-Preis Szenenbild/Kostüm (je 3000 Euro): Andreas Sobotka und Martin Reiter für „Angelo“ und Carola Pizzini für „Joy“.
  • Diagonale-Schauspielerpreis (je 3000 Euro): Joy Alphonsus für „Joy“, Simon Frühwirth für „Nevrland“.
  • Preis für Innovative Produktionsleistung (20.000): ex aequo an Mona Film für
    „Womit haben wir das verdient?“ und Planet Watch – Film and Video Productions für „Manaslu – Berg der Seelen“.

Einen Satz ließen die Diagonale-Intendanten Sebastian Höglinger und Peter Schernhuber den Zuschauern ins Diagonale-Stammbuch schreiben: „Kultur kostet, aber Unkultur kostet viel mehr.“ An Kulturminister Gernot Blümel, der der Diagonale erstmals beiwohnte und sogar einen Preis überreichte, appellierten sie für ein Analog-Film-Labor und die Aufstockung des Filmfonds. Weiters wiederholten sie ihr Plädoyer für den Dialog. Moderatorin Susi Stach (eine Extraklasse für sich) fragte den Minister nach seinem Austro-Lieblingsfilm (ORF-Reihe „Maximilian“) und ob er einen gebührenfinanzierten ORF gewährleisten könne, was dieser weder bejahte noch verneinte. Er sprach sich für öffentlich-rechtliches Fernsehen mit breiter Stärke und Größe aus.

Überraschende Kür

Überraschend verlief die Wahl der Schauspielpreisträger – beide sind Newcomer ohne formale Ausbildung: Simon Frühwirth wurde für Gregor Schmidingers Coming-of-Age-Erzählung „Nevrland“ ausgezeichnet, Joy Alphonsus holte sich die Nuss für Sudabeh Mortezais Prostitutionsdrama „Joy“.

Sudabeh Mortezai,  Joy Alphonsus
Internationaler Abräumerfilm: Sudabeh Mortezais „Joy“ mit Schauspielsiegerin Joy Alphonsus Foto © Ballguide/Hiebl



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