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Buch der Woche"Blauwal der Erinnerung": Ein Roman als gefräßige Metapher für die Zeit

Die Bachmannpreisträgerin von 2018, Tanja Maljartschuk, verknüpft in ihrem Roman "Blauwal der Erinnerung" feinfühlig eine fiktive und eine reale, historische Lebensgeschichte aus der Ukraine.

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Tanja Maljartschuk
Tanja Maljartschuks 2016 auf Ukrainisch erschienene Roman "Blauwal der Erinnerung" liegt nun auch auf Deutsch vor © ORF
 

Die Männer mit den goldenen Haaren haben ihr kein Glück gebracht. Dreimal hat sich die Ich-Erzählerin in attraktive Blondschöpfe verliebt, jetzt ist keiner mehr da und sie hadert mit ihrem Leben. Geplagt von Panikattacken und Putzzwang wird sie zur soziophoben Einzelgängerin, die kaum mehr aus dem Haus geht - bis sie in einer alten Zeitung zufällig auf den Namen eines Landsmannes stößt und beginnt, sein Leben zu recherchieren. Der ukrainische Historiker und Philosoph Wjatscheslaw Kasymyrowytsch Lypynskyj lebte allerdings rund 100 Jahre vor ihr, ist ein vergessener Volksheld, der vergeblich für die Unabhängigkeit der Ukraine gekämpft hatte: „Er war gefürchtet, weil er von allen menschliche Würde verlangte und darauf bestand, dass sie jedermanns Pflicht sei. Wer brauchte das schon? Ja, niemand mochte ihn, alle duldeten ihn.“ Aber die junge ukrainische Schriftstellerin in Wien und den idealistischen Freiheitshelden einte mehr als die Herkunft - beide litten an unglücklichen Beziehungen und an Atemnot, beide hatten Depressionen, beide landeten in Wien.

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