Der am 18. April verstorbene Aktionskünstler Hermann Nitsch wurde am Samstag in Niederösterreich zu Grabe getragen. Pater Friedhelm Mennekes zelebrierte in der Kirche von Prinzendorf die Totenmesse auf Latein. Der Altar war mit einem Schüttbild des Künstlers geschmückt, Nitsch selbst in einem schlichten Holzsarg davor aufgebahrt. Unter den zahlreichen Gebinden befanden sich auch Kränze des Bundespräsidenten sowie der niederösterreichischen Landeshauptfrau.

© APA/TOBIAS STEINMAUERER

Auf einer großen, mit Blumen geschmückten Stiertrage, einem Holzgestell, wie es auch im Rahmen des „Orgien Mysterien Theaters“ immer wieder in Verwendung war, wurde der Sarg anschließend in einer Prozession von rund drei Dutzend Freunden (darunter der Künstler Erwin Wurm) zum Schloss Prinzendorf getragen. Das Schloss war von Nitsch 1971 gekauft und restauriert worden. Es wurde zum wichtigsten Schaffensort des 1938 geborenen Künstlers, 1998 zum Aufführungsort seines 6-Tage-Spiels und nun zur letzten Ruhestätte.

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In einer Gruft im Schlosspark wurde der Künstler, der als Mitglied der Wiener Aktionisten begann und in der Folge Text, Musik, Malerei und Performance zu einem einzigartigen Gesamtkunstwerk verknüpfte, seinem Wunsch gemäß zur letzten Ruhe gebettet. Die ersten beiden Tage des im Vorjahr coronabedingt abgesagten 6-Tage-Spiels sollen am 30. und 31. Juli dennoch stattfinden – ohne ihren Schöpfer.

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