Über eine analoge Ausgabe des sechsten Dramatikerinnenfestivals freuen sich die Grazer Intendantin Iris Laufenberg und Edith Draxl von uniT, die zusammen mit dem Schauspielhaus für die Durchführung von 8. bis 12. Juni verantwortlich zeichnet. Beide stellten das Programm vor, das diesmal unter dem Dachthema „Wirklichkeiten“ einerseits darauf hinweist, dass wir wieder anwesend sind, anderseits hinterfragt, welchen Wirklichkeiten wir ins Auge schauen müssen. Frauen, Klima, Migration und Krieg ziehen sich durch die reich bestückten Tage an mehreren Spielstätten (Festivalzentrum ist der Heimatsaal).
Eine Besonderheit am Festival sei – etwa im Vergleich zu den Mülheimer Theatertagen oder dem Heidelberger Stückemarkt – „die Begegnung und der Austausch von Autoren, die hier in Kontakt kommen und mitunter Stars von morgen sind“, sagt Laufenberg.

Zu den internationalen Gastspielen bzw. Koproduktionen gehört etwa „Karpatenflecken“ von Thomas Perle. Er gewann mit seinem historischen Panorama über drei Frauen aus drei Generationen aus den Karpaten den Retzhofer Dramapreis 2019. Das Stück wurde vom Deutschen Theater Berlin uraufgeführt und nun auf die große Bühne des Schauspielhauses eingeladen. Aus der Schweiz wird Benedikt Greiners Auseinandersetzung mit der Identitätskrise der Geschlechter nach Graz geholt („Emotionen normaler Menschen“). Gespannt darf man auch auf die deutschsprachige Erstaufführung von Anna Carliers „Hirschfell“ in der Inszenierung von Sandra Schüddekopf sein. Ergänzt wird das Vorstellungsprogramm von Schauspielhaus-Eigenproduktionen, darunter die Uraufführung von Svenja Viola Bungartens „Garland“.

Installationen zum Thema Frauen am Theater werden während des gesamten Festivalzeitraums zu besichtigen sein. Zudem wird wieder das mit 5000 Euro dotierte Stipendium in Gedenken an Ernst M. Binder.