Herr Kulturstadtrat, es gibt Proteste, weil die Grazer Stadtbibliothek Werke des Heimatdichters und Hitler-Verehrers Hans Kloepfer aus dem Bestand genommen hat. Aber warum hat es überhaupt bis 2022 gedauert, bis diese Prüfung stattgefunden hat?
GÜNTER RIEGLER: Ich sehe da keine Versäumnisse bisher. Seit mindestens 20 Jahren wird diskutiert, wie mit dem Werk NS-naher Autoren wie Franz Nabl, Paula Grogger und eben Hans Kloepfer umzugehen ist. Die Linie meiner Partei war da immer klar: Wir wollen Geschichte nicht auslöschen oder ausradieren, sondern kontextualisieren.