Egyd Gstättner denkt querEs lebe der Herr Projektkoordinator!

Egyd Gstättner über die wichtige Einrichtung eines Klagenfurter „Projektkoordinators“

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© Kleine Zeitung
 

Ich gebe es zu: Lange war ich skeptisch, was den Projektkoordinator betrifft, sowohl, was den Posten selbst, als auch was die Person angeht, die ihn bekleidet. Viele wissen gar nicht so genau, was so ein Projektkoordinator beim Projektkoordinieren eigentlich tut. Der Duden lehrt: „Zuordnen, aufeinander abstimmen, nebeneinander stellen.“ Klingt kompliziert, wenn nicht gar beliebig. Projekte gab es viele in der Stadt (ich habe hier unlängst ein paar skizziert), verwirklicht wurden sie aber nie – mit Ausnahme eines Waldes im Stadion: Für viele kein Jahrhundertevent, sondern ein Jahrhundertflop. Übrigens: Wie geht‘s den lieben Bäumen jetzt eigentlich? Wen könnte man fragen? Den Projektkoordinator?
Aber Schluss mit Skepsis und Gejammer, jetzt bin ich überzeugt! Der Posten des Projektkoordinators wurde neu ausgeschrieben – und zwar nicht pseudotransparent irgendwie und irgendwo, sondern gleich magistratsintern – und siehe da: Der neue Projektkoordinator ist: der alte! Wenn das nicht der Beweis für Qualität und Qualifikation ist! Steigend auf so wie Gestirne geh‘n Parteien wie Gestirne nieder. Bürgermeister*innen kommen und gehen und kommen wieder, Vizebürgermeister*innen sowieso. Magistratsdirektor*innen kommen und gehen und kommen wieder. Der Projektkoordinator BLEIBT.
Vollends überzeugt hat mich schließlich, dass das Objektivierungsverfahren nicht von irgendjemandem begleitet worden ist, sondern von einem internationalen Hügel, also jenem Personalunternehmen, das heute jedes Kind kennt und dessen Expertentum so unhinterfragbar ist wie das Amen im Gebet und der Projektkoordinator im Rathaus. Da können die Projekte noch so lange Projekte bleiben. Wie hart der Kampf um die Spitzenposition war, zeigt, dass zuletzt „zwei Personen“ im Rennen gewesen sein sollen. Der Name der zweiten Person blieb – menschlich fair und berührend – geheim. Wahrscheinlich wird sie der Verfahrenskoordinator, den man dem Projektkoordinator sicherheitshalber zur Seite stellt. Der kompetenzorientierte Chef des Personalunternehmens charakterisierte den qualitätsgesicherten neuen Projektkoordinator mit der eindrucksvollen Expertise: „Er hat ein gutes Ergebnis erzielt. Ein sehr gutes Ergebnis ist äußerst schwer zu erreichen.“ Jetzt müssen alle Neider und Kritiker endlich für immer verstummen! Weiter so, Klagenfurt! Weiter so!

Kommentare (1)
GordonKelz
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Lesenswert?

Hervorragend auf den Punkt gebracht!

Der "Projektkoordinator " scheint aus seinen früheren politischen Tätigkeiten zu viel zu wissen, den wird man bis zur Pension auf unsere Kosten hinausfüttern müssen....
Gordon