Bitte warten - Ihr Zugang wird eingerichtet.

Premierenkritik"Mal": So schön kann all das Schlechte der Welt sein

Sensationelle, bildgewaltige und angriffslustige schwarze Messe der Exerzierkönigin Monteiro Freitas bei den Wiener Festwochen.

Der Höhepunkt des Abends: Klatschballett zu Tschaikowskis "Schwanensee" © Festwochen/Charlotte Hafke
 

Nur das Geräusch peppelnder Bälle dringt eingangs durch den geschlossenen Vorhang zum Publikum. „Mal – Embriaguez Divina“, die neue Arbeit der kapverdischen Choreografin Marlene Monteiro Freitas bei den Wiener Festwochen beginnt in Halle E fast harmlos: Hinter einem Netz spielen Gefängnisinsassen in weißen Strümpfen Volleyball. Der Wärter patrouilliert zwar mit Gewehr, hat aber nichts zu tun. Bis sich einzelne Stück für Stück ein bisschen Freiheit erobern und ausbüxen. Das, was sie als Freiheit deuten, ist jedoch keine. Sie sind in einem strengen, aber bildgewaltigen Bewegungskorsett gefangen. Einem, in dem marschiert, patrouilliert, getanzt, gerobbt und exerziert wird. Mit ihrem fantastischen neunköpfigen Ensemble zeichnet Freitags düster und bissig nichts geringeres als ein Sittenbild der Menschengeschichte mit Varianten des Bösen nach.

Zwischen 0 Uhr und 6 Uhr ist das Erstellen von Kommentaren nicht möglich.
Danke für Ihr Verständnis.