Bitte warten - Ihr Zugang wird eingerichtet.

Rassismusdebatte in den USA"Uncle Ben's" soll seine Erscheinung ändern

In den USA setzt ein Bildersturm auf rassistische, stereotype Darstellungen bei Markenprodukten ein.

Die Werbefigur "Uncle Ben's" sorgt in den USA immer wieder für Empörung © AFP
 

Der Pepsi-Konzern hat bekannt gegeben, die Marke „Aunt Jemima“ einzustellen. Unter der in den USA allgegenwärtigen Marke werden vor allem Backmischungen und Sirupe vertrieben. Die Werbefigur „Jemima“ ist die stereotype Darstellung einer afroamerikanischen Frau, die Assoziationen mit einer Dienerin weckt. Ähnlich ist die Lage beim Logo der auch hierzulande beliebten Marke „Uncle Ben’s“. Die Darstellung der Werbefigur wurde in den letzten Jahrzehnten zwar modifiziert, um ganz ähnliche Diener-Assoziationen wie bei „Aunt Jemima“ abzumildern, nun, unter dem Eindruck der wiederaufgeflammten Debatte über Rassismus in den USA, gab die Muttergesellschaft Mars allerdings an, das Logo „weiterentwickeln“ zu wollen. Was genau man ändern wolle, ist aber noch offen.

Schon lange Zeit ein Stein des Anstoßes: Die Verpackung von "Aunt Jemima" Foto © AFP
Auch die wie eine beleibte Frau geformten Sirupflaschen von „Mrs. Butterworth“ und der grinsende Koch der Marke „Cream of Wheat“ dürften ein Ablaufdatum haben, wie die „New York Times“ berichtet. Der Vorwurf gegen diese klischeehaften Darstellungen von dunkelhäutigen Menschen ist seit Jahren derselbe: Die Abbildungen von Afroamerikanern als dienstbare Geister würden sich der Bilderwelt der Sklaverei bedienen, als sich „Hausneger“ um ihre hellhäutigen Herren zu kümmern hatten.
Das Klischee vom freundlichen, unterwürfigen Afroamerikaner, der sich in die ihm auferzwungene Ordnung fügt, heißt in den USA schon lange „Uncle Tom“ nach einer Romanfigur von Harriet Beecher Stowe. Der Begriff wurde vor allem durch den Aktivisten Malcolm X berühmt, der seinen Gegenpart Martin Luther King gern so etikettierte.
"Mrs. Butterworth" erinnert Amerikaner ans tief rassistische Stereotyp der "Neger-Mammy" Foto © AP
Auch in Österreich gibt es einige Marken mit Afrikanern, die die Exotik der Figuren für sich nutzen. Auch daran wird periodisch Kritik laut. Die bescheidene koloniale Vergangenheit Österreichs dürfte einer der Gründe sein, warum diese Debatten meist eher randständig bleiben.

Diskutieren Sie mit - posten Sie als Erste(r) Ihre Meinung! Kommentieren