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Trauerfeier für Lotte TobischAbschied von der "Queen des Opernballs"

Familie, Freunde und Fans nahmen in Wien Abschied von Lotte Tobisch. Michael Heltau und Andrea Eckert sagten der Verstorbenen mit Lyrik Lebewohl. Die Beisetzung erfolgt später im Familienkreis.

Lotte Tobisch starb am 19. Oktober im Alter von 93 Jahren, am 8. November fand die Trauerfeier statt
Lotte Tobisch starb am 19. Oktober im Alter von 93 Jahren, am 8. November fand die Trauerfeier statt © (c) APA/GEORG HOCHMUTH (GEORG HOCHMUTH)
 

Familie, Freunde und Fans haben am Freitagnachmittag Abschied von Lotte Tobisch genommen. Die Schauspielerin und langjährige Opernballorganisatorin war am 19. Oktober im Alter von 93 Jahren verstorben. In der Feuerhalle Simmering gegenüber dem Wiener Zentralfriedhof fand nun die öffentliche Trauerfeier statt. Die Beisetzung der Urne selbst wird später im engsten Familienkreis erfolgen.

Dompfarrerr Toni Faber, der die Trauerfeierlichkeiten leitete, würdigte Tobisch als "Lichtgestalt unserer Zeit", die sich nie den Mund verbieten habe lassen und Haltung, Anstand und Menschlichkeit an den Tag gelegt habe. "Sie hat überall dort mitgemacht, wo es darum ging, Gutes zu tun", verwies Faber auf die "gelebte Nächstenliebe" Tobischs.

Die Schauspielerkollegen Michael Heltau und Andrea Eckert sagten der Verstorbenen mit Lyrik Lebewohl. Heltau las Goethes "Gesang der Geister über den Wassern" - ein Gedicht, dessen Vortrag sich Tobisch gewünscht habe, "wenn es einmal soweit ist". "Liebe Lotte Tobisch, Sie waren eine großherzige, wunderbare Frau und ich danke Ihnen, dass ich Sie kennen durfte", meinte Eckert, nachdem sie Eichendorffs "Mondnacht" und aus Rilkes "Engellieder" vorgetragen hatte.

In memoriam: Lotte Tobisch

Sie war eine der prägenden Persönlichkeit des Society- und
Kulturleben.

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Am Samstag ist die Grand-Dame des Wiener Opernballs nach langer Krankheit im Badener Künstlerheim gestorben.

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Tobisch war vor allem als Organisatorin von Österreichs größtem Society-Event einer breiten Öffentlichkeit bekannt.

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Lotte Tobisch-Labotyn wurde am 28. März 1926 in Wien geboren.

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Sie war die Nachfahrin einer österreichischen k.u.k Patrizierfamilie, deren Wurzeln sich bis in das Jahr 1229 zurückverfolgen lassen. 

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Ihre Leidenschaft zur Schauspielkunst führte sie nach Wien ins Konservatorium Horak.

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Bereits in frühen Jahren gab sie ihr Debüt am Wiener Burgtheater.

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Ihre Starrolle spielte Tobisch allerdings in der Staatsoper: 16 turbulente Jahre lang prägte die Schauspielerin ab 1981 als Organisatorin den Ball.

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 Auch im Kino war sie zu ereben, etwa als Hitlers Geliebte Eva Braun in dem Film "Der letzte Akt".

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Lotte Tobisch war ungemein kultiviert, pflegte lange einen Briefwechsel mit dem Philosophen Theodor W. Adorno und war die ideale Besetzung als Grande Dame des Opernballs.

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Auch politisch meldete sie sich zu Wort, 2017 unterstützte sie die Nationalratskandidatur der NEOS, später die niederösterreichische Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitnter (ÖVP).

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Frühe Form der Influencerin

Als Trauerredner fungierte außerdem "News"-Kulturchef Heinz Sichrovsky, in dessen Magazin Tobisch in ihren letzten Jahren als Kolumnistin aufgetreten war. Eine "frühe Form einer Influencerin" sei sie gewesen, meinte Sichrovsky - nämlich in dem Sinn, dass sie "kraft ihrer Kompetenz einen positiven Einfluss auf das Gesamtbefinden der Gesellschaft" ausgeübt habe.

Frau von Welt

Der frühere niederösterreichische Landtagspräsident Johann Penz (ÖVP), mit dem Tobisch freundschaftlich verbunden war, erinnerte an die "schauspielerische, schriftstellerische, organisatorische und kommunikative Begabung" der "Schauspielerin, Salondame und Frau von Welt". Und er merkte an: "Wenn es stimmt, dass der Opernball der König der Bälle ist, dann sind Sie die Queen des Opernballs".

Noch vor Beginn der rund einstündigen Trauerfeier waren Kondolenzbücher aufgelegt worden, in die sich Freunde und Wegbegleiter eintragen konnten. Neben zahlreichen Fans machten u.a. Entertainer Alfons Haider, Life-Ball-Gründer Gery Keszler, Tanzschulenchef Thomas Schäfer-Elmayer oder TV-Moderatorin Barbara Stöckl von dieser Gelegenheit Gebrauch.

Ihre größte Rolle

Tobisch, am 28. März 1926 in Wien auf die Welt gekommen, begann ihre Schauspielkarriere schon in jungen Jahren am Burgtheater. Engagements in allen Bundestheatern und viele Fernsehauftritte folgten. Ihre größte Rolle spielte die als Lotte (von) Tobisch-Labotyn geborene Nachfahrin einer österreichischen k.u.k Patrizierfamilie allerdings in der Staatsoper: Ab 1981 prägte sie 16 Jahre lang als Organisatorin des Opernballs das größte Societyevent des Landes.

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