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Tobias Moretti im Interview"Ich habe immer Hoffnung, Angst ist mir zu passiv"

In der Verfilmung des Siegfried-Lenz-Klassikers „Deutschstunde“ spielt Tobias Moretti einen Maler, dessen Werke als entartete Kunst verfemt werden. Der Schauspieler über Angst, Hoffnung und Pflichterfüllung.

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Schauspieler Tobias Moretti
Schauspieler Tobias Moretti © (c) Getty Images
 

Der Film beginnt mit dem jungen Häftling Siggi Jepsen, der im Jugendarrest auf einer Elbinsel einen Aufsatz zum Thema „Die Freuden der Pflicht“ schreiben soll. Das gelingt ihm nicht auf Anhieb. Was fällt Ihnen zu den „Freuden der Pflicht“ ein?
TOBIAS MORETTI: Durch den Blick auf den Zeitpunkt der Handlung, die Geschichte spielt ja vor allem in der Hitler-Zeit, ergibt dieser Satz natürlich ein negatives Bild, hat mehr mit Pflicht zu tun als mit Freude. Es ist eine Exposition für den Blick des einstigen Kindes Siggi, der die damaligen Geschehnisse nicht mehr aus dem Kopf kriegt. Deshalb muss er es einfordern – indem er schließlich doch zu schreiben beginnt, und zwar ausführlich. Was in seiner Erzählung passiert, ist symptomatisch für die Generation dieser Zeit, die damit hat umgehen müssen und der das alles den Atem ihrer Zukunft genommen hat. Das Epos von Siegfried Lenz hat Wucht und Atemlosigkeit, das Drehbuch von Heide Schwochow ist eine starke Essenz des Romans, sodass das 600-Seiten-Werk zu einem sehr dichten Film geworden ist.

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