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Burgtheater-AuftaktRegisseur Ulrich Rasche: "Wir werden regelrecht verführt"

Regisseur Ulrich Rasche eröffnet am 12. September mit "Die Bakchen" von Euripides die Burgtheatersaison und die Intendanz von Martin Kušej. Ein Gespräch über sein Maschinentheater und die Inszenierung der Politiker im Wahlkampf.

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++ HANDOUT/ARCHIVBILD ++ BURGTHEATER: ULRICH RASCHE
Ulrich Rasche: „Ich bin ein sehr politischer Mensch“ © APA/TOBIAS KRUSE/OSTKREUZ
 

Sie eröffnen die Burgtheatersaison und die Intendanz von Martin Kušej mit Ihrer Inszenierung von „Die Bakchen“ von Euripides. Was erzählt uns dieses vor 2425 Jahren uraufgeführte Stück über die Gegenwart?
ULRICH RASCHE: In den „Bakchen“ tritt der Gott Dionysos auf und kämpft für sein Recht, als Gott anerkannt zu werden. Er will die Menschen dazu bringen, sich für ihn zu entscheiden und unterscheidet dabei ganz klar: Wer sich für ihn entscheidet, ist auf dem richtigen Weg. Wer sich gegen ihn entscheidet, ist auf dem falschen. Er wendet rhetorische Mittel und inszenatorische Kniffe an, die uns im Theater alle bekannt sind – und auch aus der Politik. Wenn wir nicht mehr darüber sprechen, dass Dionysos als Gott auftritt, könnten wir ihn vielleicht als eine politische Führungspersönlichkeit sehen. Sie handelt nicht vernunftgesteuert, argumentiert nicht rational und versucht nicht, aufgeklärte Menschen für sich zu gewinnen, sondern spricht in Worten der Mystik. Dionysos könnte heute jemand von denen sein, die täglich in den Medien und im Parlament erscheinen. Das ist die interessante Ausgangsposition. Die Bakchen führen aus, was Dionysos will. Sie sind eine große, vielleicht rechtspopulistische Bewegung, die eine ganze Gesellschaft in den Abgrund führt.

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