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ParisNotre-Dame: Expertin dämpft Erwartungen zum Wiederaufbau

Während der Dachstuhl in rund fünf Jahren fertiggestellt sein könnte, würden die Arbeiten im Inneren der Kathedrale viel länger dauern, so die frühere Kölner Dombaumeisterin Barbara Schock-Werner.

Der Wiederaufbau von Notre-Dame wird lange dauern
Der Wiederaufbau von Notre-Dame wird lange dauern ©  AP (Stephane de Sakutin)
 

Die frühere Kölner Dombaumeisterin Barbara Schock-Werner hat Erwartungen gedämpft, dass die Pariser Kathedrale Notre-Dame bald wieder hergestellt sei. Von Wiederaufbau könne derzeit noch gar keine Rede sein, sagte Schock-Werner am Mittwoch laut Kathpress dem Bayerischen Rundfunk.

"Der Architekt hat immer noch Angst, dass gerade jetzt, wenn es so heiß wird, die durchnässten Mauern sich sozusagen einziehen und dass die restlichen Gewölbe einstürzen." Wenn die Arbeiter effektiv ans Werk gingen und die Schäden nicht zu groß seien, "könnten wir den Dachstuhl in fünf Jahren wieder draufhaben", habe der Architekt ihr gegenüber erklärt.

Viel länger würden aber die Restaurierungsarbeiten in der Kirche dauern, zeigte sich die einstige Dombaumeisterin überzeugt. "Das Chorgestühl ist durchnässt und fängt an zu schimmeln, der ganze Innenraum ist verraucht, die Orgel muss auseinandergenommen und gesäubert werden." Viel diskutiert werde in Frankreich über die Frage, ob die Kirche wieder einen hölzernen Dachstuhl bekommen solle oder einen modernen Stahldachstuhl.

Paris: Notre-Dame: Spektakuläre Bilder von den Sicherungsarbeiten

Drei Monate ist es her, dass ein verheerendes Feuer Notre-Dame schwer beschädigt hat.

(c) APA/AFP/POOL/STEPHANE DE SAKUTIN (STEPHANE DE SAKUTIN)

Der Spitzturm der Kathedrale fiel am Abend des 15. April den Flammen zum Opfer, das Dach stürzte weitgehend ein.

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Auf der Ile de la Cite, auf der das mächtige Bauwerk in Paris thront, herrscht immer noch Ausnahmezustand.

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Im Inneren der Kathedrale wird hingegen am Wiederaufbau gearbeitet.

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Anfang der Woche hat das französische Parlament das Gesetz zum Wiederaufbau besiegelt. Das Gesetz sieht Ausnahmen beim Denkmal- und Umweltschutz sowie öffentlichen Ausschreibungen vor.

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Mit dem Gesetz will die Regierung von Präsident Emmanuel Macron eine Instandsetzung innerhalb von fünf Jahren ermöglichen, pünktlich zu den Olympischen Sommerspielen 2024 in Paris.

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Die Ausnahmeregeln für den Wiederaufbau von Notre-Dame sind umstritten, Experten warnen vor einem überstürzten Vorgehen bei dem mehr als 850 Jahre alten Kathedrale.

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Bei dem Brand Mitte April waren das Dach und der Spitzturm der Kathedrale zerstört worden.

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Nach ersten Erkenntnissen gehören eine weggeworfene Zigarette oder ein Kurzschluss zu den möglichen Ursachen für das Feuer. Zum Zeitpunkt des Brandes waren Bauarbeiten am Dach im Gang.

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Am Dach stehen Kräne, Netze wurden gespannt und Holzstützen angebracht.

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 Vor dem Brand fanden an der mächtigen Kathedrale Bauarbeiten statt - das riesige Gerüst auf dem Dach steht noch immer - es ist in sich zusammengeschmolzen. Das Dach selbst fehlt.

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Und auch eine andere Sache zieht sich hin: Die Bleiverschmutzung. Deswegen bleibt der Vorplatz vorerst geschlossen - weitere Reinigungsarbeiten sind nötig.

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Vor allem in der Dachkonstruktion und der Turmabdeckung der Kathedrale war viel Blei verarbeitet gewesen. Es war bei dem Feuer geschmolzen.

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Schock-Werner koordiniert die deutsche Hilfe für die durch einen Brand im April schwerbeschädigte Kathedrale Notre-Dame. Zugesagt worden seien ihr finanzielle Leistungen, zugleich aber gebe es praktische Angebote: "Es geht nicht nur um Geld, es gibt auch konkrete Menschen, Firmen, die sich angeboten haben. Leute, die ein Praktikum machen wollen, Steinmetze, Zimmerleute." Allerdings sei es dafür noch zu früh, gab sie zu bedenken.

Mitte Juli hatte das französische Parlament ein Gesetz zum Wiederaufbau in den kommenden fünf Jahren angenommen. Der Text sieht Ausnahmeregelungen von Umwelt- und Denkmalschutzvorgaben für die Renovierung vor. Zudem regelt er, welche Behörde den Wiederaufbau koordiniert und welche Steuerermäßigungen für Spenden gelten.

Die Regierung will für den Wiederaufbau von Notre-Dame einen internationalen Architektenwettbewerb starten. Staatspräsident Emmanuel Macron wünschte sich bereits einen "erfinderischen" Wiederaufbau, so wie es der Notre-Dame Architekt Eugene Viollet-le-Duc (1814-1879) in seiner Zeit gemacht hätte: "Eine Verbindung von Tradition und Moderne, mit respektvollem Wagemut", so Macron.

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