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Oper GrazVon Hymnen, Träumen und Poesien

Was haben Perlen und Pünktchen, eine Gänsemagd und ein Ozeandampfer, Marlon Brando und ein Stummfilm miteinander zu tun? Die Antwort findet man im Spielplan 2019/20 der Oper Graz.

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Oksana Lyniv geht in ihre dritte und letzte Saison in Graz © Photowerk/Kmetitsch
 

Bekanntes und Rares, Berührendes und Heiteres verspricht Nora Schmid: Die Grazer Opernintendantin stellte gestern das Programm für die Saison 2019/20 vor, die zugleich auch die letzte von Oksana Lyniv ist. Die ukrainische Chefdirigentin wird in einer Gala am Ende der Spielzeit als Rosenkavalierin einen „Strauss zum Abschied“ winden.

Bevor die 41-Jährige ihre Karriere als Freischaffende weiterführt und Roland Kluttig ihr nachfolgt, hat sie in Graz aber noch genug zu tun. Schon der Auftakt mit „Don Carlo“ ist im doppelten Sinn eine Premiere für sie: Fünf Verdi-Opern hat sie schon geleitet, aber noch nie „dessen komplexestes Drama“, bei der sie wie beim sinnlich-poetischen „Eugen Onegin“ mit der niederländischen Regisseurin Jetske Mijnssen kooperiert.

Lyniv dirigiert zudem „Die Passagierin“, Mieczysław Weinbergs 1968 vollendete Oper, die erst 2010 bei den Bregenzer Festspielen durch Teodor Currentzis/David Pountney ihre gefeierte szenische Weltpremiere erlebte. Dem Warschauer Juden war mit seinem Hauptwerk – für Dmitri Schostakowitsch „ein Hymne an den Menschen“ – ein Musikdrama im tiefsten Sinn gelungen: Mit Untergangswalzer, Bläserschreien, Trommelgewittern, russischem Volkston, jazzigen Sprengseln oder stillen Gebeten erzählt er die aufwühlende Geschichte, wie sich in den 50er-Jahren auf einer Überfahrt nach Brasilien die ehemalige KZ-Aufseherin Lisa und die Lagergefangene Marta wiedererkennen.

Bei einem von Sunnyi Melles konzipierten Abend zum ewig utopistischen Thema „Frieden auf Erden“ steht Lyniv ebenso am Pult wie bei der ersten Ballettpremiere: In „Cinderella“ von Sergej Prokofjew beleuchtet Beate Vollack nicht nur die Sehnsüchte von Tanzschülern, die Chefin der Compagnie wagt auch selbst den Schritt auf die Bühne – „als böse Stiefmutter, wie böse, wird man noch sehen“. Die 50-jährige Berlinerin lädt „als gesangsaffine“ Choreographin“ zudem nicht nur Kollegen wie den Norweger Jo Strømgren oder den Deutschen Andreas Heise dazu ein, Ballett und Musik neu zu denken, sondern auch die eigene Truppe mit Sascha Pieper an der Spitze.

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