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Sammlungs- und WissenschaftszentrumDas Kärntner Landesmuseum hat ein neues Depot

Das neue Sammlungs- und Wissenschaftszentrum des Landesmuseums nimmt Form an. Ein Besuch im „Gedächtnis des Landes“ am Klagenfurter Südring.

Depot des Landesmuseums Klagenfurt
Das Landesmuseum hat am Südring ein neues Depot samt Verwaltungszentrum bekommen © Weichselbraun
 

"Wir sind aus dem 19. Jahrhundert im 21. Jahrhundert angekommen“, sagt Christian Wieser. Der interimistische Direktor des Kärntner Landesmuseums blickt sich zufrieden im neuen „Sammlungs- und Wissenschaftszentrum“ am Klagenfurter Südring um. Dort herrscht zwar noch Baustellen-Atmosphäre, die ersten Sammlungen sind aber schon übersiedelt. In der neuen Zentrale des Landesmuseums sind künftig die Büros für die wissenschaftlichen Mitarbeiter und die Museumsverwaltung, die Werkstätten – etwa für die Tischler oder die Restauratoren – sowie die mehr als zwei Millionen Objekte der Sammlung untergebracht. Die Ausstellungstätigkeit wird weiterhin im Haupthaus am Viktringer Ring stattfinden – das allerdings frühestens im Jahr 2021 wiedereröffnet wird.

Das Ausstellungszentrum

Während das neue Sammelzentrum im Herbst voll einsatzfähig sein soll, wird es im Haupthaus am Klagenfurter Viktringer Ring noch längere Zeit dauern. Seit kurz vor Weihnachten liegt das „Projekt Rudolfinum“ für die Großvorhabensprüfung beim Rechnungshof. Kulturabteilungsleiter Igor Pucker rechnet damit, dass im Mai oder Juni mit dem Umbau begonnen werden kann. Die Neueröffnung soll 2021 stattfinden und das Museum „dann alle Stückerl spielen“, so Pucker.
Das Haupthaus wird künftig das Ausstellungszentrum mit einer Dauerausstellung sowie ständig wechselnden Sonderausstellungen beherbergen. Außerdem sind die Kärntner Landesbibliothek (wobei ein Großteil der Bücher im Sammelzentrum gelagert wird), die Museumspädagogik, der Geschichtsverein für Kärnten und der Naturwissenschaftliche Verein weiterhin im Gebäude untergebracht. Für die Sanierung und den Umbau des Rudolfinum sind 12,5 Millionen Euro veranschlagt.

23 unterschiedliche Standorte wurden für das neues Depot geprüft, das nötig wurde, nachdem im Jahr 2013 das Rudolfinum infolge von Schimmelbefall und Wassereinbrüchen schließen musste. Der Ankauf der „Carinthian Druckerei“ am Südring war schließlich eine „gute Lösung“, ist Igor Pucker, interimistischer Leiter der Landeskulturabteilung überzeugt. Und aus Schaden wird man bekanntlich klug: Beim Umbau hat man großen Wert auf optimale Lagerung und hohe Sicherheitsstandards gelegt und sich dafür auch umfassend von anderen Museen beraten lassen.

Landesmuseum Kärnten: Zwei Millionen Museumsobjekte müssen übersiedeln

In der Dachhaut des neuen Zentrums sind Feuchtefühler eingelassen. Alle Depoträume werden perfekt klimatisiert, so erhält etwa die wertvolle Musikinstrumente-Sammlung einen eigenen Raum, der Temperaturstabilität und die richtige Luftfeuchte garantiert. Gleiches gilt für die Kunstwerke der Abteilung Kunstgeschichte, die künftig in einer Gemäldezuganlage untergebracht sein werden. Textilien werden in speziellen Textilkartons lichtgeschützt aufbewahrt, die Hieb- und Stichwaffensammlung in speziell ausgestatteten Metallschränken und die mehr als 100.000 Mineralien, Gesteine und Fossilien der erdwissenschaftlichen Sammlung finden Platz in Rollregalanlagen mit rund 3200 Schubladen.

Neues Sammlungszentrum: Wissenschafts- und Sammlungszentrum

Am Klagenfurter Südring entsteht das neue Sammlungs- und Wissenschaftszentrum des Kärntner Landesmuseums.

(c) Weichselbraun Helmuth

Es ist neugeschaffene wissenschaftliche, organisatorische und operative Zentrale des Landesmuseums für Kärnten

(c) Weichselbraun Helmuth

Zu einer ersten Besichtigung luden Geschäftsführerin Caroline Steiner, Landeshauptmann Peter Kaiser, Kulturabteilungsleiter Igor Pucker und Landesmuseums-Direktor Christian Wieser.

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Landeshauptmann Peter Kaiser trug sich auch als Erster ins Gästebuch ein.

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Teile der Sammlung sind bereits übersiedelt.

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Darunter viele Kästen mit Insekten.

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Sie sind in Rollregalanlagen untergebracht.

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Ein Blick in die Anlage.

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Die Anzeichen, das derzeit gesiedelt wird, sind nicht zu übersehen.

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Auch die Zoologie mit den präparierten Tieren ist zum Teil bereits übersiedelt.

(c) Weichselbraun Helmuth

Das neue Depot setzt Maßstäbe: einheitliche Qualitätsstandards für die dem Museum überantwortete Obsorge der Sammlungen des Landes Kärnten (adäquate Klimasituationen, Einhaltung aller Richtlinien und Vorgaben hinsichtlich Brandschutz, Sicherheit, Sauberkeit, Logistik, Lagertechnik etc.)

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Insgesamt stehen für die Sammlungen 4000 Quadratmeter zur Verfügung.

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Im Depot ist bereits tierisch viel los.

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1.500 m² gibt es für Bürofläche für 60 Arbeitsplätze sowie Funktionsflächen. 500 m² für Werkstätten und Restauratoren (Metall-, Keramik, Stein, Gemälde ...)

(c) Weichselbraun Helmuth

Es gibt Klimamonitoring, Integrated Pest Management, standardisierte Prozessketten.

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Die Gesamtkosten der Errichtung des Sammlungs- und Wissenschaftszentrums betragen € 7.685.000 Euro.

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In der Zoologie sind schon die ersten Exponate eingetroffen, etwa die vielen Kästen mit Insekten (insgesamt umfasst die Sammlung rund 750.000 Insekten) sowie zahlreiche präparierte Tiere. Bis Herbst sollten alle Sammlungskonvolute von der Ur- und Frühgeschichte über die Landesgeschichte und die Geologie bis hin zur Kunstgeschichte und Botanik übersiedelt sein: „Als letztes kommt die Volkskultur dran, da viele Objekte noch entwest werden müssen“, so Wieser. Sprich: Unter Umständen vorhandene Schädlinge müssen vernichtet werden. Künftig wird es dafür einen eigenen Anliefer-Bereich mit einer Objekt-Schleuse und Quarantäne-Räumen geben, denn die Sammlung wird durch Schenkungen oder Ankäufe ständig erweitert.

Das Depot in Zahlen

Das Sammlungs- und Wissenschaftszentrum ist die neue Zentrale des Landesmuseums am Südring Klagenfurt.
Gesamtkosten 7.685.000 Euro
6000 Quadratmeter Fläche
4000 Quadratmeter davon für die Sammlungen (mehr als zwei Millionen Objekte)
1500 Quadratmeter Bürofläche für 60 Arbeitsplätze
500 Quadratmeter für Werkstätten und Restauratoren (Metall, Keramik, Gemälde ...)
Über 20 beteiligte Unternehmen, 80 Prozent aus Kärnten

Deshalb wird auch der Digitalisierung künftig noch breiterer Raum eingeräumt: „Wir wollen dokumentieren, was das Land Kärnten wirklich in seinem Besitz hat“, so Wieser. Ein dafür unter anderem nötiges Fotolabor findet sich daher auch im Sammlungszentrum.

Insgesamt hat die neue wissenschaftliche, organisatorische und operative Zentrale rund 7,7 Millionen Euro gekostet. Für Landeshauptmann Peter Kaiser eine vertretbare Summe, denn die Sammlung repräsentiert das „Gedächtnis und die Identität unseres Landes“. Und deshalb will man auch am Südring die Öffentlichkeit nicht ganz ausschließen – unter anderem denkt man an Backstage-Führungen, etwa für Schulklassen.

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