Es war eine genial inszenierte Sendung Dienstagnacht in ORF eins: In "Wir Staatskünstler" gaben die Kabarettisten Thomas Maurer, Robert Palfrader und Florian Scheuba ihre Kandidatur für die Wahl zum ORF-Generaldirektor am 9. August bekannt. Scheuba möchte Generaldirektor werden, Robert Palfrader Finanzdirektor und Thomas Maurer Programmdirektor. In ihre vierteljährliche Satiresendung luden sie zudem die ORF-Stiftungsräte Hans-Peter Haselsteiner und Erich Fenninger, um ihnen ihre Pläne vorzustellen. 

Für Haselsteiner "ein Hit"

So will das Trio u. a. erreichen, dass die 130 Millionen an GIS-Gebühren, die jährlich in die Bundesländer fließen – laut Scheuba "kassieren sie die Landeshauptleute" – künftig an den ORF gehen und für Eigenproduktionen wie Filme und Serien verwendet werden, darüber hinaus möchte man den Sender entpolitisieren und den Stiftungsrat abschaffen. "Ehrlich gesagt, das wäre wirklich ein Hit", quittierte Haselsteiner die Ideen - und stellte fest: Er könne sich vorstellen, den Vorschlag ihrer Kandidatur im Stiftungsrat einzubringen. "Eine Einladung zum Hearing bringe ich zusammen", sagt Haselsteiner. Und auch Erich Fenninger, Leiter des SPÖ-Freundeskreises im Stiftungsrat, lehnte die Idee der Kabarettisten nicht wirklich ab. Des weiteren platzierten Maurer, Palfrader und Scheuba einen Werbestand am Küniglberg und sammelten Unterschriften für Ihre Kandidatur. Erfolg hatten Sie u. a. bei Ingrid Thurnher, Martin Traxl, Barbara Stöckl, Hans Bürger, Boris Jirka, Claudia Reiterer und Schriftsteller Gerhard Roth.

Ihr Standl am Küniglberg
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200.000 Zuschauer dürften sich Dienstagnacht über die hervorragende Satire amüsiert haben, allerdings sieht es inzwischen fast so aus, als hegten die drei durchaus ernste Absichten. Auf Nachfrage der Kleinen Zeitung, ob man tatsächlich bei der ORF-Wahl antreten wolle, antwortete Florian Scheuba: "Nach jetzigem Stand bleiben wir dabei." Und was würden sie mit ihren Brotberufen als Kabarettisten machen, gelänge es ihnen tatsächlich die Wahl im August zu gewinnen? "Wenn wir es schaffen, nehmen wir in unseren Jobs eine Auszeit." Hier geht es zur Sendung vom 7. Juni.