Seit Jahren sorgt Banksy auf den Straßen dieser Welt für Aufsehen: Er ließ Herzluftballone steigen, zeigte Gesichter des Krieges und verwob die Umgebung seiner Kunst in das Werk.

Hätte man gewusst, wer Banksy ist, wäre er dann auch so berühmt geworden? Ja, denn in seinen Werken steckt eine Magie und eine Direktheit, die ihresgleichen sucht. Banksy hinterließ überall auf der Welt seine Graffitis. Und jetzt soll ein Strafzettel ihn enttarnt haben? Wikipedia hat bereits seinen Namen eingetragen: Robin Gunningham, ein in Bristol 1973 geborener Künstler soll hinter dem Pseudonym stecken.

Kam ihm Reuters auf die Schliche?

Der Name selbst wird schon seit einiger Zeit kolportiert, doch eine Recherche von Reuters hat ergeben, dass es sich um jenen Robin Gunningham handeln soll. Die Reporter sind über einen Strafzettel in New York auf den Namen Gunningham gestoßen – und zwar habe eben jener Künstler ein Werbeplakat in New York „verunstaltet“. Reuters hat seine Suche in einem Dorf in Kyiv begonnen und von dort aus in die Welt fortgesetzt.

Reuters konfrontierte Banksys Firma, Pest Control, auch mit den Recherchen, entschied „aber nichts zu sagen.“ Ist damit die Suche abgeschlossen? Jein, denn Banksy will weiterhin anonym arbeiten. Ob das den Zauber seiner Arbeit entwerten? Nein, denn er wird vermutlich weiterhin in einer Guerilla-Taktik öffentliche Räume nutzen, um seine Botschaft in die Welt zu tragen.

Banksy-Werk in Borodyanka, Ukraine
Banksy-Werk in Borodyanka, Ukraine © AP/Jae C. Hong

„Schatzsuche“

Reuters zitiert auch den Kunsthistoriker Ulrich Blanche, der die Suche nach Banksy wie eine „Schatzsuche“ beschreibt – ein Vierteljahrhundert umwehte Banksys Kunst auch immer die Magie des Mysteriösen und Geheimnisvollen. Er war eine Art Superheld, der eine geheime Identität hat. Allerdings weiß man als Leser und Leserin auch, dass Bruce Wayne Batman ist - und das entwertet nicht die Faszination. Banksys Arbeiten – auch wenn seine Graffitis vor dem Gesetz ja Sachbeschädigungen darstellen – werden weiterhin faszinieren. Egal, ob Robin Gunningham oder nicht.

Allein die Tatsache, dass sie an Orten wie in der Ukraine oder in den Palästinensischen Autonomiegebieten auftauchen – zeugt schon von seiner Fähigkeit, unbemerkt zu kommen und zu gehen. Das wird Robin Gunningham – so er wirklich Banksy ist – auch in Zukunft tun.

Eine Bergziege balanciert auf einer Londoner Brücke
Eine Bergziege balanciert auf einer Londoner Brücke © IMAGO / Justin Ng / Avalon