Plácido Domingo, Klaus Florian Vogt, Rudolf Buchbinder, Lisette Oropesa, Jonathan Tetelman, Fazıl Say, Anna Lapwood. Natürlich: Die Klassik-Prominenz, die der Musikverein Graz in seiner auch schon wieder 212. Saison in den Stefaniensaal bringt, sorgt für Aufmerksamkeit. Im Zentrum des Musikvereins stehen 2026/2027 aber andere. Ludwig van Beethoven zum Beispiel, dem Rudolf Buchbinder einen Abend mit fünf Klaviersonaten widmet. Aber auch durch Beethovens Violinkonzert (gespielt von Liya Petrova) und sein Klavierkonzert Nr. 5 (gespielt von der Sokolov-Schülerin Alexandra Dovgan), seine Symphonie Nr. 3 (mit dem Bruckner Orchester Linz), drei seiner Streichquartette (mit dem Quatuor Ébène) sowie ein Abend mit Beethoven im Janoska Style mit dem gleichnamigen Ensemble.

Auch andere Schwergewichte sind vertreten: Gustav Mahlers sehr aufwendige Symphonie Nr. 3 (mit den Grazer Philharmonikern), Schostakowitschs Symphonie Nr. 5, Mozarts Jupiter-Symphonie, Skrjabins „Poème de l’extase“ sowie Strauss‘ „Also sprach Zarathustra“ werden unter sehr viel anderem zu hören sein.

Startenor Placido Domingo singt am 30. November im Stefaniensaal | Startenor Placido Domingo singt am 30. November im Stefaniensaal
Startenor Placido Domingo singt am 30. November im Stefaniensaal
| Startenor Placido Domingo singt am 30. November im Stefaniensaal © APA/GINDL

Dass Anna Rakitina zur Saisoneröffnung neben Strauss eine Uraufführung dirigieren darf, nämlich jene des „Vorspiel zu einer Komödie“ (2014) von Friedrich Cerha, ist ebenso erfreulich, wie das „Mozart-Fest“ mit Adam Fischer und seinem Dänischen Kammerorchester.  Schuberts „Winterreise“ wird Klaus Florian Vogt interpretieren, mit Jonathan Tetelman hat der Musikvereins-Intendant Michael Nemeth den nächsten dicken vokalen Fisch an der Angel. Opernfreunde kommen auch auf ihre Kosten: Plácido Domingo und María Josè Siri singen Arien und Duette, sehr italienisch wird der Abend mit Francesco Meli und Luca Salsi. Und auch Lisette Oropesa hat Arien mit im Gepäck.

Der Musikverein ist nicht nur Einflugsschneise der Klassikwelt in die Steiermark, die lokale Arbeit ist nicht weniger intensiv. Zwischen 80 und 100 Musikerinnen und Musiker von Fux-Konservatorium und Grazer Kunstuni sind derzeit in jeder Saison eingebunden, mit einer kubanischen Weihnachtsfeier und mehr blickt man auch stilistisch weit über den Tellerrand der Klassik hinaus. Probenbesuche, Workshops, Familienkonzerte – das Spektrum des Angebots ist viel größer geworden und man muss sich zum Teil auch immer neu wandeln. Oder wie Michael Nemeth sagt: „Wir fangen jede Saison von vorne an.“

Die Flughöhe ist dennoch nicht abzustreiten, letzte Saison zählte man fast 31.000 Besuche, die Subventionen (300.000 Euro vom Land, 140.000 Euro von der Stadt Graz und genau 0 Euro vom Bund) machen etwa ein Viertel des Budgets aus. Abonnements sind ab sofort erhältlich, Einzelkarten gehen je nach Termin ab 7. April, ab 8. Juni oder ab 14. September in den Verkauf.
musikverein-graz.at

Lisette Oropesa kehrt für einen Lieder- und Arienabend zurück
Lisette Oropesa kehrt für einen Lieder- und Arienabend zurück © Harris