Was im Vorjahr unter dem Titel Wiener Prozesse startete, wurde heuer als Wiener Kongresse fortgeführt: Und man muss Festwochen-Intendant Milo Rau zugutehalten, dass er die über eine von Schlagwörtern gepflasterte Debatte zum Verhältnis von Cancel Culture, Wokeness, MeToo, Machtmissbrauch, einer Kultur des Schweigens und Kunstfreiheit eine Veranstaltung anzettelte, programmierte und aufführte – gewohnt provokativ, polarisierend und pointiert. Konträre Haltungen aufeinanderprallen zu lassen, daran ist erst einmal nichts falsch.