Es ist ein kleiner, unscheinbarer Punkt im Regierungsabkommen von ÖVP, SPÖ und Neos im Kulturbereich, aber ein Durchbruch für den heimischen Filmstandort. Unter dem Begriff „Investment Obligation“ ist dort Folgendes zu lesen: „Fairer Beitrag internationaler Streaming-Dienste zur Finanzierung des Musik- und Filmstandortes Österreich unter Berücksichtigung der österreichischen Konsumentinnen und Konsumenten sowie der Medienlandschaft“ heißt es dort.

Alexander Dumreicher-Ivanceanu, Bundesobmann des Fachverbandes der Film- und Musikwirtschaft der Wirtschaftskammer Österreich, sagt: „Das ist ein großer Durchbruch.“ Streamingdienste sollen demnach künftig eine Investitionsverpflichtung hierzulande haben. Denn Netflix und Co. würden einen großen Umsatz mit Abos in Österreich machen; schätzungsweise mehr als 150 Millionen Euro.

Kreativbranche profitiert

Trotz verstärkter Projekte dank des Filmanreizmodells von Fisa+ und ÖFI+ bliebe zu wenig Geld im Land, um den kreativen Sektor zu stärken, so der Produzent.

Künftig soll ein prozentueller Anteil dem Filmstandort zugutekommen. „In Frankreich wird das bereits praktiziert, dort beträgt der prozentuelle Anteil 25 Prozent“, sagt Dumreicher-Ivanceanu. Auch andere europäische Länder nehmen die Streamingdienste auf diese Art in die Pflicht, in Deutschland hätte so ein Modell ebenso kommen sollen, bevor die Regierung geplatzt ist.

Die Details fehlen noch, aber das Geld würde in die Filmförderung fließen – und damit die Kreativbranche vor Ort stärken: die Stoffentwicklung, die Drehbuchförderung, die Herstellung sowie die Post-Produktion.