Seit 2021 kennt man Frosina Bogdanoska als Erste Konzertmeisterin des Kärntner Sinfonieorchesters. Diesmal stellte sie sich im Konzerthaus Klagenfurt als Solistin mit dem 1. Violinkonzert von Dmitri Schostakowitsch vor. Die aus Nordmazedonien stammende Geigerin bewältigte dessen immense technische Schwierigkeiten, insbesondere in der ausgedehnten Solokadenz mit Bravour und konnte auch mit intensivem Ausdruck punkten. Sie wurde zu Recht bejubelt, wofür sie sich mit einer zündenden Komposition von Karen Asatrian über ein Volkslied aus ihrer Heimat „Sirto Oro“, bei welcher auch der Schlagwerker Stefan Lichtenegger mit einem Tamburin mitwirkte, bedankte.

Zuvor träumte in Sofia Gubaidulinas schillerndem „Märchenpoem“ ein Stück Schulkreide davon, Blumen und das Meer zu zeichnen bis sie sich schließlich auflöst. 

Exzellente Solisten aus den eigenen Reihen

Bei diesen beiden Werken und ganz besonders bei Igor Strawinskys Ballett „Petruschka“ glänzte das Orchester mit exzellenten Solisten aus den eigenen Reihen: Da konnte man die zum Leben erwachten Puppen regelrecht herumspringen sehen, wie auch die Atmosphäre und das Kolorit des Jahrmarkts ideal eingefangen wurde. Wiewohl Corinna Niemeyer bei ihrem Dirigat mehr durch tänzelnde Bewegungen als durch exakte Schläge auffiel, wurden die neumontierten, folkloristischen Elemente und kühnen Harmonien mit ziemlich perfekter, nerviger Polyrhythmik und fortwährend anheizender Dynamik musiziert.

Zuvor wurde vom Intendanten Aron Stiehl der Hornist Johann Kelz nach mehr als 43-jähriger Zugehörigkeit zum KSO in den Ruhestand verabschiedet.

Viel Applaus!