Industrie im Alltag Von Backwaren, Glas und viel Feingefühl

Wie Industrieprodukte auf die eine oder andere Weise den Alltag eines jeden prägen, zeigen die Beispiele von König Maschinen und Stölzle Obergals.

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Stefan Preitler
Stefan Preitler © (c) Nicholas Martin
 

Jeden Tag begegnen uns zahlreiche Industrieprodukte, vom Auto über Mikrochips bis hin zu Papier. Schon ganz in der Früh sitzt bereits ein „Bisschen“ Industrie mit am Frühstückstisch – wie beim Gebäck.
„Anfangs hat man mich immer gefragt, ob ich Bäcker bin“, erinnert sich Stefan Preitler an die Anfänge seiner Lehre zurück. Dabei hat ihn schon in früher Jugend vor allem eines interessiert: „Herumschrauben.“ Das kann er bei König Maschinen. Das Grazer Unternehmen beliefert Bäckereien – vom Kleinbetrieb bis zur Backindustrie – auf der ganzen Welt mit Hightech-Maschinen. Die Produktpalette reicht von der überdimensionalen Rührschüssel über mannsgroße Backöfen bis hin zu meterlangen Fertigungsstraßen.

Schon im ersten Lehrjahr konnte Preitler an den Maschinen arbeiten. „Da es keine eigene Lehrwerkstätte gibt, sind wir ganz normal im Betrieb eingebunden. Wir bauen wirklich Teile, die dann in den Maschinen eingesetzt werden.“ In wenigen Wochen wird er seine Lehre abschließen. Das Unternehmen unterstützt seine Lehrlinge bei der Vorbereitung auf die Lehrabschlussprüfung. „Der Betrieb achtet wirklich auf uns Lehrlinge“, sagt Preitler. Es gibt eigene Kurse von Englisch bis zu Persönlichkeitsentwicklung – natürlich in der Arbeitszeit.

Eigenes Ausbildungszentrum eingerichtet

Zurück zum Frühstückstisch: Wer morgens gerne zum Marmeladenglas oder zum selbstgesprudelten Wasser in der Glasflasche greift, trifft wieder auf ein Stück Industrie, das bei Stölzle Oberglas in Köflach rund um die Uhr produziert wird.

Fünf bis sechs Lehrlinge nimmt das Unternehmen im Jahr auf und hat vor einiger Zeit ein eigenes Ausbildungszentrum eingerichtet. „Jeden Freitag sind die Lehrlinge im Ausbildungszentrum“, erklärt der Lehrlingsbeauftragte Reinhold Wolfsberger. „Hier gibt es Theorieunterricht wie Mathematik oder Englisch. Und es gibt Praxis in Form von eigenen Projekten für die Lehrlinge. So haben im Vorjahr die Jugendlichen ein Arcarde-Spiel gebaut.“ In sechs technischen Berufen werden die Lehrlinge bei Stölzle ausgebildet. Darunter sind auch Marlon Bernsteiner und Lisa Lorenzer.

Lorenzer ist noch am Anfang ihrer Ausbildung zur Mechatronikerin im Fachbereich Automatisierungstechnik. „Ich wollte schon immer etwas Technisches machen.“ Schon zu Hause habe sie ihrem Vater bei Arbeiten mit Metall geholfen. „Ich hab mir dann Schnupperplätze gesucht und bei Stölzle hat es mir am besten gefallen – vor allem das Zusammenspiel aus Elektronik und Metall.“

Lisa Lorenzer
Lisa Lorenzer Foto © (c) Juergen Fuchs (FUCHS Juergen)

Die Maschinen waren es auch, die Marlon Bernsteiner fasziniert haben. Er ist im zweiten Lehrjahr zum Zerspanungstechniker. „Vor allem das genaue Arbeiten mit Feingefühl gefällt mir sehr.“ Beim Programmieren der Drehmaschinen müsse man sehr exakt sein, erklärt Bernsteiner. Zuletzt hat er Stücke gefertigt zum Messen des Durchmessers von einem Flaschenhals. „Der muss mit dem Füllrohr übereinstimmen, sonst könnte die Flasche platzen.“

Marlon Bernsteiner
Marlon Bernsteiner Foto © (c) Juergen Fuchs (FUCHS Juergen)

Dienstbeginn für die beiden ist – wie in der Industrie durchaus üblich – 6 Uhr morgens. „Dienstschluss“ ist um 14.20. „Wobei wir hier schon flexibel sind“, sagt der Ausbilder Wolfsberger. „Bei einem Lehrling kommt der Zug ein bisschen später an, der beginnt dann um 6.30 Uhr.“ Auch die Werkstätten beginnen manchmal erst um 7 Uhr. An das frühe Aufstehen gewöhne man sich aber schnell, bestätigen die beiden Lehrlinge. Vor allem dann, wenn am Frühstückstisch dann auch noch ein Produkt aus „eigener Erzeugung“ wartet.

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