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DigitalisierungEine etwas andere Steuer-Erklärung

Zwischen Stahl, Logistik und digital: Mechatroniker und Zerspanungstechniker zeigen, wie sie in ihrer Arbeit das Heute mit dem digitalen Morgen verknüpfen.

Mechatroniker bei Knapp: Ilyas Ali und Barbara Bogensberger
Mechatroniker bei Knapp: Ilyas Ali und Barbara Bogensberger © (c) Juergen Fuchs (FUCHS Juergen)
 

Die Oma ist immer ein guter Richtwert, wenn es darum geht, Technikbanausen zu erklären, was man genau macht – zum Beispiel in einer Lehre zum Mechatroniker oder zur Zerspanungstechnikerin. Bevor Begriffe wie SPS-Programmierung, CNC-Fräse oder Kuka-Roboter fallen – Verständnis-Niveau: Bahnhof. Der 19-jährige Lukas Katzenberger aus Thörl ist im 4. Lehrjahr zum Mechatroniker bei der Edelstahlschmiede Böhler in Kapfenberg. Hauptmodul: Automatisierungstechnik.

Spezialmodul: Robotik. Aha. „Man kann es sich als Mischung aus Elektriker und Maschinenbautechniker vorstellen“, bemüht er sich, die Besucher einige Stationen weiter in Richtung „Aha“ zu befördern. „Wobei der Schwerpunkt auf der Elektrotechnik liegt.“ Obwohl er auch mit einem Kuka-Roboter – einem Roboterarm – arbeitet, ist für ihn die speicherprogrammierbare Steuerung (SPS) am spannendsten. Hier wird ein Ablauf von einzelnen Schritten programmiert, die die Maschine später in einer flüssigen Bewegung – also vollautomatisch – ausführt.

Hier geht's zu 1300 Lehrstellen

Gemeinsam mit der steirischen Industrie vermittelt die Kleine Zeitung konkrete Lehrstellen in heimischen Unternehmen. 1300 Ausbildungsplätze und damit Karrierechancen in rund 176 Unternehmen, verteilt auf die ganze Steiermark, stehen hier zur Auswahl

Böhler: Zerspanungstechnikerin Nadine Gratz
Böhler: Zerspanungstechnikerin Nadine Gratz Foto © (c) Juergen Fuchs (FUCHS Juergen)

Nadine Gratz, 23 Jahre, aus Kapfenberg ist im 4. Lehrjahr zur Zerspanungstechnikerin. Sie ist diejenige, die die CNC-Fräse ins Rennen bringt. Gefolgt von den Hauptmodulen: „Drehen, fräsen, schleifen“, mit einem breiten Grinsen als Garnitur. Nach der Matura wollte sie nicht in einem Büro arbeiten – „zu langweilig“. Nach den ersten beiden Lehrjahren in der Lehrwerkstatt ist sie nun im Betrieb im „Werk 6, wo ich hauptsächlich Blöcke fräse, die entweder wieder eingelagert werden, weiterbearbeitet oder so an den Kunden geschickt werden“. Sowohl in der Zerspanungstechnik als auch bei der Werkstoffprüfung seien Frauen keine Seltenheit mehr, erzählt sie weiter. „Vielleicht auch, weil man in der Zerspanung ein gutes Auge und Gefühl braucht.“

Böhler: Zerspanungstechnikerin Nadine Gratz und Mechatroniker Lukas Katzen- berger
Böhler: Zerspanungstechnikerin Nadine Gratz und Mechatroniker Lukas Katzen- berger Foto © (c) Juergen Fuchs (FUCHS Juergen)
Sowohl Lukas Katzenberger, als auch Nadine Gratz sind sich einig, dass ihre Lehre nachhaltig ist. Lukas, weil er überzeugt ist, dass es seinen Beruf auch in 30 Jahren noch gibt. Nadine, weil es auch ein großer Teil ihres Jobs sei, Dinge instand zu halten.

Mechatroniker Lukas Katzen- berger
Mechatroniker Lukas Katzen- berger Foto © (c) Juergen Fuchs (FUCHS Juergen)

Nächste Station des Bummelzugs in Richtung „Aha“ ist Hart bei Graz beim Logistikexperten Knapp. Dort warten schon Barbara Bogensberger und Ilyas Ali, ein Teil des Viererteams, das die „Industrie 4.0 Challenge“ für sich entscheiden und sich gegen sieben Teams anderer renommierter Firmen durchsetzen konnte. Es ging darum, gemeinsam Aufgabenstellungen zu lösen und auf Unvorhergesehenes zu reagieren. „Wir haben per Mail immer wieder neue Aufgaben bekommen: QR-Code erstellen, einen Wartungsplan schreiben, Drehteile anfertigen“, berichtet die 18-jährige Barbara Bogensberger aus St. Stefan im Rosental. Für den Mechatronik-Lehrling stand schon in der Schule fest, dass es beruflich etwas Technisches sein muss. „Ich habe mir mit der Häkelnadel mehr wehgetan als mit einem Schraubenzieher“, lacht sie.

Mechatroniker bei Knapp: Ilyas Ali und Barbara Bogensberger
Mechatroniker bei Knapp: Ilyas Ali und Barbara Bogensberger Foto © (c) Juergen Fuchs (FUCHS Juergen)

Anders als Ilyas Ali. Der 22-Jährige kam vor sechs Jahren aus Somalia nach Graz – ohne Deutschkenntnisse. „Ich wusste nicht, wie die Werkzeuge heißen. Mein Lehrlingsausbilder hat mich immer wieder geprüft und mir geholfen, alles zu lernen.“ Er war es auch, der zu Ilyas, der sich selbst eigentlich für Metalltechnik entschieden hatte, sagte, dass in ihm ein begabter Mechatroniker stecke. „Nach der LAP werde ich auch in der SPS-Abteilung arbeiten. Darin bin ich gut“, strahlt er mit dem Gelb seiner Arbeitsmontur um die Wette. „Aha!“ Die passende Weichenstellung also. Endbahnhof: Begeisterung.

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