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Alpen-Adria-UniversitätWie wirken sich Elternschaft, Familienstand und Einkommen auf unsere Todesursachen aus?

Miguel Portela und Paul Schweinzer kommen bei ihren Untersuchungen zum biblisch inspirierten Schluss: „Lasset die Kindlein zu mir kommen.“

Kinder zu haben ist laut Untersuchungsergebnissen immer mit stärker reduzierten Sterbewahrscheinlichkeiten verbunden
Kinder zu haben ist laut Untersuchungsergebnissen immer mit stärker reduzierten Sterbewahrscheinlichkeiten verbunden © pololia - stock.adobe.com
 

Während die Auswirkungen von Rauchen, Alkoholkonsum, Sport etc. auf die Lebenserwartung gut untersucht und verstanden sind, gibt es kaum Untersuchungen dazu, wie persönliche Lebensentscheidungen wie das Kinderkriegen oder Heiraten die Sterbewahrscheinlicheiten und Todesursachen beeinflussen. Miguel Portela (Universidade do Minho, Braga, Portugal) und Paul Schweinzer (Universität Klagenfurt, Österreich) haben nun entsprechende Untersuchungen mit Daten aus Großbritannien angestellt. Sie kommen dabei zum biblisch inspirierten Schluss: „Lasset die Kindlein zu mir kommen.“

Die beiden Forscher nutzten für ihre Auswertungen die Daten des „Office for National Statistics Longitudinal Study“, das aus einem Prozent der Bevölkerung von England und Wales besteht. Sie verfolgten 205.277 Personen, die 1971 zwischen 16 und 50 Jahre alt waren über die fünf dortigen Volkszählungen zwischen 1971 und 2011. Bis 2011 verstarben 39 Prozent dieser Personen, für die Portela und Schweinzer das Alter, Zeitpunkt und Ursache des Todes, Kinder, Familienstand, Beruf und sozialen Status ermittelten.

Die Ergebnisse zeigen unter anderem ein mitunter dramatisch verringertes Sterberisiko von Eltern. So haben beispielsweise Frauen mit Kindern im Vergleich zu kinderlosen Frauen nur eine 28%ige Wahrscheinlichkeit, an Krebs zu sterben und ein 34%iges Risiko an einer Herzerkrankung zu sterben. (Die jeweiligen Gesamtpopulationen haben ein 100%iges Risiko.) Ähnlich bei Infektionskrankheiten: Frauen mit Kindern verglichen mit solchen ohne Kinder haben nur eine 53%ige Wahrscheinlichkeit, an Infektionen zu sterben. Die entsprechenden Reduktionen der Sterbewahrscheinlichkeit bei Vätern sind ähnlich, aber etwas geringer. Im Gegensatz dazu weisen verheiratete Männer im Vergleich zu Unverheirateten eine höhere Sterbewahrscheinlichkeit auf: 171% bei Krebs und 123% für Herzerkrankungen. Portela und Schweinzer vergleichen diese Ergebnisse mit sozialen Statusvariablen wie hohem Einkommen und Hausbesitz, für die verringerte Risiken wohldokumentiert sind.

Die Überraschung ist dabei, dass der lebensverlängernde Effekt von Kindern durchwegs stärker zu sein scheint, als der von hohem Sozialstatus. Schweinzer: „Verheiratet zu sein ist je nach Krankheit mit positiven oder negativen Sterbekorrelationen verbunden. Reiche Menschen leben natürlich länger, aber für uns war überraschend, dass sich die Präsenz von Kindern durchwegs stärker positiv auf die Überlebensrate auswirkt als hohes Einkommen und Wohnungs- oder Hauseigentum. In unseren Ergebnissen ist Kinder zu haben immer mit stärker reduzierten Sterbewahrscheinlichkeiten verbunden als alle anderen untersuchten Variablen.“

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