Attraktives Großevent oder sinnlose Knallerei auf Kosten der Umwelt? Diese Frage behandelte der ehemalige „Zeit im Bild“-Journalist Eugen Freund, der aus St. Kanzian stammt, in seinem Kleine-Zeitung-Gastkommentar und kam zum Schluss, dass Letzteres zutrifft. Man solle das Feuerwerk „See in Flammen“ am Klopeiner See überdenken und mit einer zeitgemäßeren Laser- oder Drohnenshow ersetzen. Den zahlreichen Leserkommentaren zufolge, traf Freund damit einen Nerv.

Eugen Freund
Eugen Freund © Markus Traussnig

Leserschaft geteilter Meinung

„Herr Freund hat recht! Eine wunderschöne Lasershow mit passender Musik dazu ist sehr stimmungsvoll und lockt genauso die Zuschauer an! Die Umweltbelastung und der Lärm für die Waldtiere beziehungsweise Hunde fällt weg; ein Feuerwerk ist heutzutage aus der Zeit gefallen“, kommentierte jemand auf unserer Homepage. Der Grundtenor dieses Kommentars scheint mehrheitsfähig – zumindest reflektiert er den Gutteil der Meinungen auf Facebook, wo der Artikel selbst sowie ähnliche Meinungen mit zahlreichen „Likes“ goutiert wurden.

Folgender Kommentar bildet die Gegenmeinung ab: „Das ist wenigstens noch ein Highlight für diese Region und bringt Umsatz. Sorry, aber es sollte mehr für diese Region gemacht werden. Es ändert sich nicht viel und es ist schade. Komme trotzdem seit Jahrzehnten hinunter, schon alleine wegen der Gastfreundschaft und der Landschaft.“ Oder etwas zugespitzter: „Die sind ja alle nicht mehr ganz dicht. Die wollen noch das einzige Event des Jahres am Klopeiner See zerstören. Als ob der See nicht eh schon ausgestorben genug ist.“ 

Wirtschaftliche Überlegungen stoßen hier also – wie so oft – auf umweltschutztechnische. Wobei nicht gesagt ist, dass bei einer Laser- oder Drohnenshow zwangsläufig weniger Besucher an den Südkärntner See kämen. Dazu kommen Meinungen von „War immer schön, und wer es nicht mag, muss ja nicht hingehen – immer über alles meckern und raunzen: typisch österreichisch“ bis hin zu „alles verbieten wollen, es reicht endlich mal“: also solche, die Freunds Versuch einer objektiven Argumentation subjektive Empörung entgegenbrachten, was natürlich im Sinne der freien Meinungsäußerung jedermanns Recht ist. Beschimpfungen kamen zwar leider auch vor, hielten sich aber in Grenzen.

Die Tourismusregion Klopeiner See – Südkärnten – Lavanttal nutzte die Diskussion, um eine Wasser-Lichtshow am Klopeiner See zu bewerben
Die Tourismusregion Klopeiner See – Südkärnten – Lavanttal nutzte die Diskussion, um eine Wasser-Lichtshow am Klopeiner See zu bewerben © Screenshot Facebook Kleine Zeitung Völkermarkt

Dass es auch ohne Feuerwerk geht, zeigt ausgerechnet ein Facebook-Kommentar der Tourismusregion Klopeiner See – Südkärnten – Lavanttal, in dem sie für die große Wasser-Lichtshow „Kraft der Leidenschaft“ am Klopeiner See von Mai bis September wirbt. Das Seefeuerwerk „See in Flammen“ geht jedoch am 9. und 10. Juli wie üblich über die Bühne. „Das ist ein Wirtschaftstreiber und ein großes nationales wie internationales Event, wie man an den Nächtigungszahlen sieht“, sagt Robert Karlhofer, Chef der Tourismusregion. Der größte ökologische Faktor sei dabei aber die An- und Abreise. Das Feuerwerk selbst mache nur etwa ein Prozent der CO2-Bilanz aus.

Das Feuerwerk dauere nur 12 Minuten, und auch in puncto An- und Abreise habe man „einiges gemacht“. Zum Beispiel mit Shuttlebussen. Alternativen verschließe man sich dennoch nicht. „Wir haben uns intensiv damit beschäftigt, wie wir das Feuerwerk weiterentwickeln und moderner gestalten können“, so Karlhofer, der auf strenge Auflagen verweist, die es jetzt schon zu erfüllen gelte. Eine Drohnenshow sei aufgrund der vielen dafür nötigen Flugobjekte eine Kosten- und Sicherheitsfrage: „Wo starten und landen die Drohnen bei 50.000 Besuchern rund um den See?“