Am 14. Dezember fand in Loibach/Libuče der traditionelle Brauch des Klöckelns statt, durchgeführt von Mitgliedern der Trachtenkapelle Loibach. Bei herrlichem Dezemberwetter starteten 16 Musiker eine lange Tour durch das Dorf, besuchten in zwei Gruppen rund 200 Häuser und brachten dabei festliche Stimmung in die Ortschaft. Verantwortlich für die Organisation des Brauches ist Rosina Glawar, die stellvertretende Obfrau der Kapelle.
Startpunkt war das örtliche Rüsthaus, wo sich die Musiker um 13 Uhr versammelten. In zwei Gruppen aufgeteilt und ausgestattet mit zum Teil weihnachtlich geschmückten Instrumenten sowie den typischen historischen Schellen und Glöckchen, machten sie sich auf den Weg. Die erste Station war das Haus der Familie Marin. Andrea Marin empfing die Klöckner gemeinsam mit ihrer Familie und Enkel Matthias. „Sie sollen den Brauch kennenlernen und später auch mitmachen“, sagte sie. Der wunderbare Brauch solle noch viele Generationen überleben. Begeistert war auch die aus Deutschland stammende Schwiegertochter Laura. „Diesen Brauch habe ich bisher noch nicht gekannt und finde ihn wunderbar“, sagte sie.
Katrin Podgornik, die Obfrau der Trachtenkapelle, klopfte an die Tür, um die Bewohner auf die Ankunft aufmerksam zu machen. Andrea Marin und ihr Ehemann Simon empfingen die Klöckler herzlich. Nach einem traditionellen Spruch, der Glück und Segen bringen soll, spielten die Musiker ein Weihnachtslied. Im Anschluss wurden die Klöckler ins Haus eingeladen, wo sie sich bei Glühmost, Keksen und Brötchen stärkten. Dabei entwickelte sich ein lebhafter Austausch zwischen den Musikern und den Gastgebern, der den geselligen Charakter des Brauchs unterstrich. „Das Klöckeln in Loibach ist nicht nur ein musikalisches Ereignis, sondern auch ein wichtiger Beitrag zur Pflege von Gemeinschaft und Brauchtum. Die Herzlichkeit und Gastfreundschaft der Dorfbewohner verleihen dem Brauch seine besondere Bedeutung“, sagte die Obfrau Katrin Podgornik. „Wir sind sieben Stunden unterwegs und zum Abschluss besuchen wir unsere beiden Gasthäuser“, fügte sie hinzu.
Peter Skuk hat seinen großen Bass besonders schön geschmückt. „Ich habe weihnachtliche Girlanden und eine Lichterkette am Instrument befestigt“, berichtete er. Besonders Kinder würden den auffallenden Bass, der sehr schwer ist, bestaunen.
„Das Klöckeln ist ein Brauch, der Gemeinschaft stärkt und Freude verbreitet“, sagte Werner Podgornik, der von Anfang an mit Begeisterung dabei ist. „Wir gehen bei jedem Wetter von Haus zu Haus und werden immer freundlich empfangen“, so der Klöckler. Das Klöckeln in Loibach, das seit rund 25 Jahren gepflegt wird, sei ein lebendiges Beispiel dafür, wie alte Traditionen in modernen Zeiten weitergeführt und mit Freude erlebt werden. Es gehöre zu den Bräuchen, die Gemeinschaft, Brauchtum und kulturelle Identität stärken. „Durch das Klöckeln können wir alle Bewohner des Dorfes kennenlernen und auch ihre Sympathien für die Kapelle erweitern“, sagte er. Gerhild Toplitsch aus Loibach meinte, dass der Brauch sehr schön und wichtig sei. „Die alten Bräuche bringen Besinnlichkeit in die hektische Adventzeit“, sagte sie. Durch das Klöckeln werde auch die Dorfgemeinschaft neu belebt. „Wir haben vieles verloren, was wir als Kinder noch erleben durften“, so Toplitsch.
Beim Klöckeln müssen sich die Klöckler mit althergebrachten Versen und Gesängen den Einlass in die Häuser erbitten, um Glück- und Segenswünsche für das neue Jahr zu überbringen. „Wir haben den alten Brauch des Advent-Klöckelns vor mehr als 25 Jahren wieder belebt“, berichtet der Hobbyhistoriker Gottfried Glawar, der mit einem alten Schlagwerk die Musiker auf ihrem Weg von Haus zu Haus begleitete. Das aus dem 16. Jahrhundert überlieferte Klöckeln sei in der Hitlerzeit verboten worden und später in Ferlach wieder aktiviert worden. „Die Leute wissen, dass wir kommen und freuen sich sehr“, sagt Glawar. Das Klöckeln sei ein alter Heischebrauch, durch den die Bewohner des Dorfes zur Einkehr und Besinnung aufgefordert werden. Der Brauch wird in Loibach/Libuče jedes Jahr am Samstag nach dem Marienfeiertag am 8. Dezember durchgeführt. Nach dem Öffnen der Tür wird zuerst ein Musikstück vorgetragen, danach der traditionelle Klöckler Spruch vorgelesen und dann eine Weihnachtskarte überreicht. „Meistens werden wir anschließend in die Häuser zu Keksen, Brötchen, Tee, Glühwein, einer deftigen Jause und Getränken eingeladen“, erzählt Rosina Glawar, die die Klöckler-Gruppen nach Instrumenten zusammensetzt und für Geldspenden für die Trachtenkapelle dankbar ist. „Früher erhielten die Klöckler Nüsse, Äpfel und Geld“, so Glawar. „Wir hoffen aber vor allem darauf, dass uns die Türen geöffnet werden und wir mit den Weihnachtsliedern den Leuten ein paar schöne Momente bescheren können.“
„Die Glocken, die auf dem Weg zwischen den Häusern geschlagen werden, sollen die bösen Wintergeister in der heiligen Zeit des Advents vertreiben“, meint Gottfried Glawar abschließend. Die Herzlichkeit und Gastfreundschaft der Dorfbewohner verleihe dem Brauch seine besondere Bedeutung.