Ich bin seit 13 Jahren Hüttenwirt, aber so etwas habe ich noch nie erlebt.“ So verzweifelt wie zum heurigen Saisonstart hat man Gerlitzen-Wirt Karl Peternell selten gesehen. Seit Donnerstag ist seine Pöllingerhütte zwar wieder für Gäste geöffnet, allerdings weiß er nicht, wie er diese bewirten soll. So wie viele Betriebe im Tal, kämpft auch er auf 1650 Metern Seehöhe mit akutem Personalmangel. Mehr als die Hälfte des Teams fehlt. „Wir haben alles probiert und zwei Monate lang über Zeitungen, Facebook und das AMS Mitarbeiter gesucht, aber kein einziger hat sich gemeldet. Und das, obwohl wir überdurchschnittliche Bezahlung und flexible Arbeitszeiten bieten“, versteht Peternell die Situation nicht. Ihm bleibt jetzt nichts anderes übrig als den Betrieb auf „Sparflamme“ herunterzufahren: „Das ist Neuland für uns. Wir müssen erstmals einen Ruhetag einlegen, die Speisekarte verkleinern und auf der Terrasse die Tische um zehn Stück reduzieren.“
Massiver Personalmangel
Hütten verkleinern Speisekarten und reduzieren Öffnungstage
Die Hüttenwirte in der Region klagen über akuten Personalmangel und reagieren mit Ruhetagen und verkleinerten Speisekarten. Auf dem Dobratsch bleibt der neue Pizzaofen kalt.
© Martin Steinthaler