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Sperren und WarnungenEinsatzkräfte in der Region Villach im Großeinsatz

Stadt Villach sperrt Parkanlagen, Friedhöfe und die Dobratschstraße. Bleiberg mit Lawinenstufe 1. Brand in Großbetrieb in Feistritz an der Drau. Übertretende Bäche in Wernberg. Sorge in Finkenstein.

Geknickte Bäume sorgen für Gefahr © Tilli
 

Die heftigen Schneefälle in den Nachtstunden sorgen auch in der Region Villach für gefährliche Situationen. "Gestern und heute haben wir rund 75 Einsätze abgearbeitet", sagt Bezirksfeuerwehrkommandant Libert Pekoll am Mittwochvormittag. "Praktisch im Fünf-Minuten-Takt heulten die Sirenen. Aktuell sind 25 bis 30 Feuerwehren mit rund 300 Mann im Einsatz." Vorwiegend sind es abgebrochene Bäume und Äste sowie hängengebliebene LKWs, die Probleme bereiten. In Feistritz an der Drau kam in der Nacht auch noch ein Brand in einem Großbetrieb dazu.

Lawinenalarmplan, Stufe 1, in Bad Bleiberg

Bad Bleiberg vermeldet 70 Zentimeter Schnee. "Kein Grund zur Sorge. Es besteht keine Lawinengefahr", beruhigt Bürgermeister Christian Hecher (ULB). "Wir haben einen eigenen, dreistufigen, Lawinenalarmplan, sind auf Stufe 1." Das heißt etwa, dass Tourengehen auf den Dobratsch vermieden werden soll. "Solange wir nicht einen Meter Schnee haben, gehen wir nicht auf Stufe 2" , ergänzt der Bürgermeister. Diese würde bedeuten, dass Teilbereiche der Landesstraße gesperrt werden müssen. Hecher: "Das wird aus jetziger Sicht nicht passieren."

Wernberger Weitsicht macht sich bezahlt

Auch in der Gemeinde Wernberg erfordern die Schneemassen Maßnahmen. "Die Einsatzkräfte in Wernberg sind permanent gefordert", sagt Bürgermeister Franz Zwölbar (SPÖ). Regelmäßig gibt es Sirenen-Alarm, Bäume und Stauden blockieren Straßen, im Bereich der Aichelburg herrscht wegen einer Böschung-Rutschung eine Teilsperre für LKW-Fahrten. Bäche treten über die Ufer, wenn auch nicht in dem Ausmaß wie in Oberkärnten. „Es bewährt sich, dass wir in den vergangenen Jahren bei großen Unwettern die Schwachstellen erkannt und darauf reagiert haben“, erklärt Zwölbar. „Dort, wo Probleme auftraten, haben wir sehr viel Geld in die Hand genommen.“ Wie bei der Oberflächenentwässerung im Zentralraum, einem Projekt mit einem Volumen von 400.000 Euro.

Villach sperrt Parks und Dobratschstraße

In Villach hat der nasse, schwere Schnee auf zahlreichen Straßen, etwa der Maria-Gailer-Straße, der Pestalozzistraße oder der 10.-Oktober-Straße, Bäume beschädigt. Äste drohen abzubrechen. Aus diesem Grund bleiben – zumindest heute – sämtliche Parkanlagen wie Stadtpark, Schillerpark oder Mitterlingpark sowie die Friedhofsanlagen gesperrt. Auch die Dobratschstraße muss mindestens heute wegen gefährlicher Situationen mit Bäumen gesperrt bleiben.

"Mehrere Feuerwehren waren die ganze Nacht im Einsatz. Die Lage ist soweit unter Kontrolle", sagt Harald Geissler, Kommandant der Hauptfeuerwache Villach.  Dennoch ist Vorsicht angebracht. Die Schneebruchgefahr kann im Laufe des Tages noch steigen, da laut Wettervorhersage Regenfälle möglich sind. Meiden Sie daher nicht unbedingt nötige Wege – sowohl zu Fuß als auch mit dem Auto! Die Mitarbeiter des Stadtgartens arbeiten auf Hochtouren an der Räumung von Straßen und Gehwegen. Bürger werden angehalten, sich an Fahr- und Gehverbote zu halten - zur eigenen Sicherheit und, um Arbeitsprozesse nicht zu erschweren.

Finkenstein kämpft weiter gegen Schneemassen

In der Gemeinde Finkenstein bleibt die Lage nach den heftigen Niederschlägen am Wochenende angespannt, ist derzeit aber stabil. Rund um die Uhr wird daran gearbeitet, die Gefahrenstellen für Überflutungen in den Griff zu bekommen. Etwa der Rotschitzabach wird mehrfach ausgebaggert, Straßen und Wege gereinigt. "Wir haben es gerade geschafft, die Straßen nach den Regenfällen in Ordnung zu bringen. Jetzt machen uns die Schneemassen, vor allem umstürzende Bäume, die nächsten Probleme. Die Einsatzkräfte sind rund um die Uhr im Einsatz", sagt Bürgermeister Christian Poglitsch (ÖVP).

Bei den Bewohnern weckt die Lage schlimme Erinnerungen. Finkenstein wurde schon im Vorjahr schwer vom 100-jährlichen Hochwasser getroffen. Der Schaden betrug damals knapp drei Millionen Euro. Durch die Regenfälle am Wochenende kommt (geschätzt) eine halbe Million Euro Schaden dazu. An Hochwasserschutz wird gearbeitet.

4000 Haushalte ohne Strom

Zugespitzt hat sich die Lage bei der Stromversorgung. Die Kärnten-Netz GmbH hat 160 Monteure aktiviert. Besonders betroffen ist der Raum Mittelkärnten, also die Bezirke Villach-Land, Feldkirchen, St. Veit/Glan sowie Klagenfurt-Land. Neue Störungen sind auch im Bezirk Spittal aufgetreten. Zeitweise waren 4000 Haushalte ohne Strom.

 

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