Die Region Finkenstein ist im Ausnahmezustand und erlebt eine Naturgewalt, die sie bisher nicht gesehen hat. Der Faaker See ist inzwischen 1,11 Meter höher als im Normalzustand. Es ist die höchste Pegelsteigerung seit Aufzeichnungen. "Wir sprechen von einem Jahrhunderthochwasser, das uns an den Rand unserer Kräfte treibt", sagt Finkensteins Bürgermeister Christian Poglitsch (ÖVP).

Die ganze Nacht hindurch haben die Einsatzkräfte Keller ausgepumpt und Sandsäcke aufgebaut. Im Bereich von Altfinkenstein und Untergreuth gingen Muren ab, ein Haus wurde komplett verschüttet, vier Häuser mussten evakuiert werden. "Es ist schrecklich und ich habe so etwas noch nie erlebt. Zum Glück ist niemandem etwas passiert, sagt Poglitsch. Die betroffenen Personen wurden vorübergehend beim Baumgartnerhof und dem Martinihof untergebracht. Auch Feuerwehren aus der Stadt Villach und anderen Gemeinden unterstützen die Gemeinde. "Wir sind am Limit. Wenn der Wasserpegel noch weiter steigt, wissen wir nicht mehr, was wir tun sollen", so Poglitsch.

In Summe wurden 300 Keller ausgepumpt und 11.000 Sandsäcke verlegt. Der Rotschitzabach wird permanent ausgebaggert, er stellt eine hohe Gefahrenquelle dar. Die Zufahrt nach Altfinkenstein und Untergreuth war stundenlang gesperrt, mittlerweile ist sie wieder befahrbar.

Alle Bewohner der Gemeine werden dringend ersucht, sich nicht unnötig Gefahr auszusetzen.

Zahlreiche Einsatzkräfte versuchen schlimmeres zu verhindern
Zahlreiche Einsatzkräfte versuchen schlimmeres zu verhindern
© KK/Poglitsch

Gefährlich hoher Wasserstand beim Rotschitzabach
Gefährlich hoher Wasserstand beim Rotschitzabach
© KK/Poglitsch

Ritschitzabach Sonntagmittag
Ritschitzabach Sonntagmittag
© KK/Poglitsch