Seine Laufschuhe schnürt Adam Müller fast jeden Tag. Doch einmal im Jahr ist etwas anders. „Wenn wir am 24. Dezember zu unserem Friedenslauf starten, geht es nicht um den Sport, sondern um Dankbarkeit“, sagt der Wernberger. Seit 1996 führt er eine jedes Jahr wachsende Läuferschar auf der acht Kilometer langen Strecke vom Hauptbahnhof Villach nach Wernberg an. In den Händen der Läufer: eine Fackel mit dem Friedenslicht aus Betlehem. „Statt eines Startgelds zahlt man bei uns in eine Spendenkasse ein“, erzählt Müller. Einen Euro pro gelaufenem Kilometer, „wobei ich gleich anmerke, dass wir leider kein Wechselgeld haben“, meint Müller mit Augenzwinkern und gibt so zu verstehen, dass man gerne mehr spenden könne.
Der Reinerlös wird mit jenem des Galadinners im Schloss Wernberg addiert und kommt jedes Jahr wechselnden Fällen zu. „Auch heuer stellen wir uns wieder in den Dienst von Kärntner in Not“, sagt Müller. Das Geld – im Vorjahr waren es mehr als 6000 Euro – soll einer Familie zukommen, die ihre Mutter verloren hat. Der Landwirt versucht nun, nicht nur finanziell, das Familienleben alleine zu managen. „Weil seineverstorbene Frau eine gebürtige Wernbergerin ist, geht uns dieser Fall besonders nahe und wir wollen versuchen zumindest finanzielle Hilfe zu leisten“, sagt Müller, der wieder auf Spendenfreude hofft.