Die Diskussion über die Verwandlung der zehn Kilometer Straße rund um den Faaker See in eine Einbahn polarisiert. Beim Lokalaugenschein der Kleinen Zeitung am Donnerstagvormittag sind viele Freizeitsportler anzutreffen, die von der Idee begeistert sind.

Lokalaugenschein. Warum sie die Einbahnregelung begrüßen würden, erklärt sich leicht, wenn man den Radweg entlangfährt: Bewegt man sich vor Faak inmitten einer autofreien Allee, wird die Strecke bis zum Camping Arneitz ein Hindernislauf: Spaziergeher, Kinderwägen, Nordic Walker ­ alle sind unterwegs. Der als Rad-Gehweg ausgewiesene Streifen erweist sich nicht als extra breit ­ vor allem nicht, weil er beide Fahrtrichtungen bewältigen muss. Was erschwerend dazukommt, vor allem wenn man mit Kindern radelt: Die vielen Ausfahrten machen es nötig, dass man höllisch aufpassen muss, nicht plötzlich mit einem Pkw zu kollidieren.

Weg endet im Nichts. Haarig wird es für die Radfahrer ab der Kreuzung nach Ledenitzen: Der Radweg löst sich plötzlich im Nichts auf, nur mehr die Fußgeher sind hier willkommen. Radler müssen entweder schieben oder auf die enge und vor allem in den Sommermonaten stark befahrene und verparkte Straße ausweichen. Mit dem entspannten Blick auf den See wird gerade bei der neuen Marina bei Egg nichts. Und die Durchfahrt von Egg selbst ist ­ nicht zuletzt wegen des steilen Anstiegs auf der Straße ­ gefährlich. Dann nichts wie rasch wieder weg von der Straße bei der nächsten Gelegenheit, Richtung Drobollach. Auch dort ist der Gehweg im Ort ein gemeinsamer Pfad für alle, die Strecke in Seenähe ebenfalls eine von allen frequentierte Alternative. Eine echte Seeumrundung ist also nur auf Radweg-Bruchstücken möglich. "Wenn die Einbahn der Autofahrer mehr Platz, Qualität und Sicherheit für die Radler bringt, ist das eine gute Idee", schwärmt Petra Kuglitsch, die ihren Drahtesel auf dem Drobollacher Gehweg schiebt.

Einbahn allein zu wenig. "Zuerst prüfen, was verkehrstechnisch machbar ist und vielleicht einen Probegalopp im Sommer organisieren", sagt Villachs Bürgermeister Helmut Manzenreiter zur Einbahn-Idee des Wirtes Hans Tschemernjak. Finkensteins Gemeindechef Walter Harnisch: "Es wäre gut, wenn die Stadt Villach ihr Radwegenetz auf unser Niveau bringen würde, die Wirtschaft wird allerdings aufschreien." Tageweise könne er sich die Einbahnregelung vorstellen, auf den Radgast zu setzen, wäre von Vorteil. Die Hotellerie müsste nachziehen, "Einbahn allein ist zu wenig."