Christina Fortunat hat sich ihren Traum erfüllt. Die 35-jährige Wernbergerin eröffnete Ende des vergangenen Jahres ihr eigenes rund 100 Quadratmeter großes Tattoostudio in Wernberg. Nach acht Jahren Selbstständigkeit als Nageldesignerin absolvierte sie vergangenes Jahr die Ausbildung zur Tätowiererin. Ihren Meisterbrief hat sie im Jänner in Graz überreicht bekommen. „Da war ich schon sehr stolz“, erzählt sie heute.

Erstes Tattoo mit 16 Jahren

Die Begeisterung für Tattookunst begleitet Fortunat seit ihrer Jugend. „Mit 16 hatte ich mein erstes Tattoo. Danach sind immer wieder neue dazugekommen.“ Heute bleibt dafür kaum Zeit: „Wenn man selbst arbeitet, hat man fast keine Gelegenheit mehr, sich selbst tätowieren zu lassen.“ Ihr erstes selbst gestochenes Motiv war ein „Bugs Bunny“ auf dem Körper ihres Mannes Lukas, der inzwischen ebenfalls die Ausbildung begonnen hat.

Im Wernberger Studio ist vor allem „Fineline“ gefragt. „Das ist tatsächlich mein liebster Stil“, sagt Fortunat. Arme und Wirbelsäule zählen aktuell zu den beliebtesten Körperstellen. Je nach Motiv und Körpergröße dauern großflächige Arbeiten vier bis fünf Stunden. Neben filigranen Linien bietet sie auch das Überstechen und Covern bestehender Tattoos an.

Älteste Kundin war 70 Jahre alt

Viele Motive tragen eine persönliche Geschichte. „Viele lassen sich etwas stechen, um den Verlust eines geliebten Menschen oder Tieres zu verarbeiten. Fingerabdrücke oder Namen sind sehr gefragt. Das ist das, was ich an meiner Arbeit mag – dass sie Bedeutung hat.“

Ihre Kundinnen und Kunden finden sie vor allem über soziale Medien wie Instagram und Facebook. Der Kalender ist bereits gut gefüllt. Der Großteil der Kundschaft ist weiblich, was sie auf den Trend im Fineline-Bereich zurückführt. Zugleich beobachtet sie, dass sich immer mehr ältere Menschen trauen. Ihre bislang älteste Kundin war 70 Jahre alt.