Seit über 20 Jahren ist Peter Subosits Inhaber des kleinen Geschäftslokals im Gebäude des ehemaligen „Weißen Lamm“. Mit erstem Mai muss er sich aufgrund der anfallenden Umbauarbeiten der Stadt einen neuen Verkaufsraum suchen. Der Umbau des Hotels zu Wohnungen (die Kleine Zeitung berichtete) soll sich über zwei Jahre erstrecken. „Für mich ist das eine Katastrophe. Ich mache mir Sorgen um meine Existenz. In einer Stadt, die stirbt, können wir uns kein zweites Lokal leisten“, sagen Kürschnermeister Peter Subosits und seine Frau Birgit. Ihre Räumlichkeiten werden auf eigene Kosten mitsaniert. Gegenüber der Stadt erheben die Geschäftstreibenden schwere Vorwürfe: „Wir müssen unser Geschäftslokal aufgeben. Die Stadt spielt mit unserem Schicksal und bietet weder Informationen noch Unterstützung an“, sagt Subosits. Wohin das Familienunternehmen siedelt, ist noch offen.
Für Bürgermeister Gerhard Mock kommen die Aussagen überraschend: „Wir haben das Thema ausführlich besprochen, einen Vertrag aufgesetzt und die Familie, wo es geht, unterstützt.“ Das Gebäude habe zurzeit eine desolate Infrastruktur und sei zudem einsturzgefährdet. „Die Sanierung ist eigentlich ein Segen für die Familie“, sagt Mock. Laut Plänen der Baufirma sei das Geschäft Mitte nächsten Jahres wieder bezugsbereit. Für Subosits zu wenig: „Wenn sich in der Stadt nicht grundlegend etwas ändert, müssen in zehn Jahren alle Kaufleute zum Arbeitsmarktservice.“