Die Caritas Kärnten betreibt in den Bezirksstädten im Bundesland neun Lerncafés. Die Einrichtungen haben einen Zweck: Kindern beim Lernen zu helfen, weil es nicht allen Eltern möglich ist, ihre Kinder bei einer guten Schulausbildung selbst zu unterstützen. Jetzt kommt ein Lerncafé auf vier Rädern dazu – das „Lerncafé on tour“. Es steuert nun die Marktgemeinden Klein St. Paul und Brückl an, man erweitert das Angebot damit in Richtung ländliche Regionen.
Mit E-Auto mobil
Ermöglicht wird dieses Projekt durch die Unterstützung der „100 Jahre Kelag Gemeinnützige Privatstiftung“ für die Anschaffung des umweltfreundlichen E-Fahrzeugs, das die Bildung damit aufs Land bringt. Das ist auch Andreas Grießer, Mitglied des Vorstandes der Stiftung, wichtig, auch Kindern außerhalb der Ballungszentren diese Möglichkeit zu bieten. Man habe auch deshalb geholfen, „weil so ein Projekt die Benachteiligung von Kindern durch die Herkunft abfedert.“
Im Gemeindeamt
Die beiden Gemeinden stellen dafür jeweils Räumlichkeiten in den Gemeindeämtern zur Verfügung. Bürgermeister Harald Tellian (Brückl) sieht das Angebot als „sehr wichtig an“, um Kinder zu unterstützen, die es beim Lernen schwieriger hätten. „Es soll niemand auf der Strecke bleiben“, sagt er. Gabriele Dörflinger, Bürgermeisterin von Klein St. Paul, stimmt dem zu. „Es gibt sehr viel Bedarf“, sagt sie. Das Interesse sei da. Dörflinger ist überzeugt vom Projekt und betont: „Alle Eltern wollen ja nur das Beste für ihre Kinder.“
Dank des neuen Angebots erhalten Kinder und Jugendliche zwischen sechs und 15 Jahren in den Räumlichkeiten der jeweiligen Gemeinde eine kostenlose Nachmittagsbetreuung, Hilfe bei den Hausaufgaben und beim Lernen, eine gesunde Jause sowie eine sinnvolle Freizeitgestaltung.
Helfer und Helferinnen gesucht
Johann Krainer, der Leiter des mobilen „Lerncafé on Tour“, erklärt, wie es funktioniert. Krainer pendelt mit dem E-Auto zwischen Klein St. Paul und Brückl, wo an jeweils zwei Tagen in der Woche das Lerncafé stattfindet. In Klein St. Paul sind derzeit acht Kinder im Lerncafé, in Brückl zwei.
Das ist erst der Anfang, 30 Kinder kann man aufnehmen. Und: Man sucht Helfer, die mit den Kindern lernen. „Das müssen keine Lehrer sein“, betont man. Wer Kinder mag, der kann sich einfach bei der Caritas melden, oder im Lerncafé für ein Kennenlernen. Montag und Dienstag ist von 11:30 Uhr bis 16 Uhr in Klein St. Paul geöffnet, Mittwoch und Donnerstag kann man in Brückl vorbeischauen.
Caritasdirektor Ernst Sandriesser betonte bei der Präsentation in Klein St. Paul: „Bildung wird vererbt.“ Und meinte damit: Kinder aus gut gebildeten Familien haben bessere Chancen auf Bildung als Kinder weniger gut gebildeter Eltern. Dem wirke man mit den Lerncafés entgegen. Dort lernt man gratis, ganz im Gegenteil zu privaten Nachhilfestunden. Die Caritas könnte noch mehr Lerncafés einrichten: „Wir haben 266 Kinder auf der Warteliste.“