Die Sonne lacht über dem Gurktal, als Johann Hochsteiner (80) in seinem Auto zum Parkplatz der Pfarre einbiegt. Die Temperaturen sind kühl, doch eine dicke Jacke braucht er nicht. Ein feines Hemd mit Kärntner-Sakko und ein Lächeln im Gesicht reichen dem hiesigen Mesner. Sein Zuhause, ein Bergbauernbetrieb auf 1134 Metern Seehöhe, liegt gut fünf Kilometer entfernt. Er kennt die Strecke in- und auswendig. „In meiner Kindheit sind wir jeden Sonntag zu Fuß bis zur Kirche gegangen. Das war ein Fußmarsch von gut drei Stunden hin und zurück“, erinnert sich Hochsteiner mit einem Schmunzeln im Gesicht. „Heute nehme ich aber das Auto. Außer, meine Frau ist damit unterwegs. Dann gehe ich zu Fuß.“