Es ist einer dieser Tage, an denen man schon beim Betreten des Raumes spürt: Jetzt beginnt etwas, auf das viele gewartet haben. Auf der Pressekonferenz zum „Advent in Lienz“ liegt eine Mischung aus Vorfreude und stolzer Routine in der Luft.

Lienz eröffnet am 21. November seinen Adventmarkt – mit dem Versprechen, „wieder Kind sein zu dürfen“. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren: Die Krampusvereine marschieren mit ihren Anträgen ins Rathaus und auch die ersten Lichterketten hängen bereits. „1170 Laufmeter mit 120.000 Lichtpunkten. Alles natürlich in LED seit 2019“, fasst Stadtmarketing-Leiterin Iris Rampitsch zusammen. Alles was leuchten kann, wird leuchten.

Die Zahlen des Vorjahres belegen, wie beliebt der Lienzer Adventmarkt ist: „116.000 Besucher zählte der Lienzer Advent 2024 und davon 93.000 Tagesbesucher. Die durchschnittliche Verweildauer sind 48 Minuten“, sagt Bürgermeisterin Elisabeth Blanik. Besonders bemerkenswert: 89 Prozent der Besucher kommen aus Österreich, 73 Prozent sogar direkt aus dem Bezirk Lienz und 15 Prozent aus Kärnten.

Renate Herrnegger (Bäckerei Joast), Iris Rampitsch (Stadtmarketing Lienz), Bürgermeisterin Elisabeth Blanik, Bärbl Ebner (Eltern Kind Zentrum) und Eva Karré von den sozial tätigen Vereinen Lienz
Renate Herrnegger (Bäckerei Joast), Iris Rampitsch (Stadtmarketing Lienz), Bürgermeisterin Elisabeth Blanik, Bärbl Ebner (Eltern Kind Zentrum) und Eva Karré von den sozial tätigen Vereinen Lienz © Andre Schmidt

Handwerk, Begegnung und das Gefühl von Kindheit

Heuer setzt die Stadt wieder auf das, was den Lienzer Advent unverwechselbar macht: Handwerk, Regionalität und Begegnung. Die Liebburg verwandelt sich erneut in einen überdimensionalen Adventkalender. Jeden Abend um 18.30 Uhr öffnet sich ein Fenster. „Früher haben Mitarbeiter hinten noch an den Fenstern gezogen“, erzählt Blanik lachend. „Jetzt geht’s auf Knopfdruck.“

Im Pavillon am Hauptplatz entsteht die „Lebende Werkstätte“. Kunsthandwerker filzen, ziehen Kerzen oder fertigen Krippen. Den Auftakt machen die „Irschener Kräuterfrauen“, deren Teilnahme jedes Jahr sehnsüchtig erwartet wird. An zwei Ständen präsentieren sich wieder sozial engagierte Vereine – von der Krebshilfe bis zum Verein „Hand in Hand“. An zwei Marktständen präsentieren sich sieben sozial engagierte Vereine – von der Krebshilfe bis zum Verein „Hand in Hand“. Für sie ist der Adventmarkt nicht nur Präsentation, sondern finanzielle Lebensader. Eva Karré koordiniert die Teilnahme der Vereine: „Es freut mich, dass wir hier einen Fixpunkt haben, wo wir uns aktiv präsentieren und natürlich auch unsere Vereinskassen aufbessern können.

Die Liebburg verwandelt sich erneut in einen überdimensionalen Adventkalender.
Die Liebburg verwandelt sich erneut in einen überdimensionalen Adventkalender. © Stadt Lienz

Ab 14. Dezember übernimmt wieder das Eltern-Kind-Zentrum (EKIZ) den Pavillon – dann beginnt der Familien-Advent. Basteln, Märchenstunden, Laternenumzüge und als emotionaler Höhepunkt: der Besuch des Weihnachtsengels. „Wir machen das jetzt bestimmt schon zehn Jahre – und jedes Mal ist es besonders“, sagt EKIZ-Leiterin Bärbel Ebner.

Die Lienzer Krampustage am 3., 5. und 6. Dezember sind einer der spektakulären Höhepunkte der Vorweihnachtszeit. Außerdem laden der Lienzer City Ring und das Stadtmarketing wieder zum Vereinscup zum Lattlschießen am Lienzer Adventmarkt ein. Dafür wird jeden Tag der Kunsteislaufplatz am Hauptplatz ab 18 Uhr bereitgestellt. Tagsüber steht der Platz Kindern zur Verfügung - Schlittschuhe können kostenlos ausgeliehen werden.

Und wenn am Abend das letzte Fenster der Liebburg geschlossen, der Kinderpunsch ausgetrunken und der Platz langsam still wird, taucht Nachtwächter Hannes Rohracher plötzlich auf: Pünktlich um 21 Uhr endet mit seinem Nachtruf das Marktleben und Stille kehrt am Lienzer Hauptplatz ein.