Die Weichen für den Neubau des Lagerhauses Hermagor werden gestellt. Die derzeitige Alt-Anlage ist definitiv kein Blickfang für die Wulfeniastadt. Mittlerweile hat die Osteinfahrt Hermagor mit der fertiggestellten Überfahrtsbrücke und der neu asphaltierten Fahrbahndecke eine infrastrukturelle Frischzellenkur erfahren. Dafür ist das anschließende Lagerhaus mit dem Charme der Fünfzigerjahre alles andere als eine Visitenkarte. Das ist auch den Verantwortlichen der Genossenschaft Raiffeisen-Lagerhauses Gailtal als Gebäudeeigentümer bewusst.

Diese Genossenschaft vermietet die Betriebsanlage an der Gailtalstraße mit der Haus-Gartensparte (HG) sowie den zweiten Standort am Burgermoos mit Baustoff- und Landwirtschaftsabteilung an die Raiffeisen Warenhandelsgesellschaft (WHG). Nur die Werkstätte ist im Eigentum der WHG. „Wir wälzen Modernisierungspläne“, erklärt Vorstandsobmann Herbert Sturm und erinnert zugleich daran, dass in Kötschach mit dem einige Jahre zurückliegenden Neubau und aktuellen Erweiterungen diese Modernisierung umgesetzt werden konnte. Auch den Standort Hermagor wolle man modernisieren, aber eine Umsiedelung der HG-Abteilung auf den Standort Burgermoos vermeiden. „Wir bevorzugen eindeutig den jetzigen Standort an der B 111 und wollen hier in neue Gebäude investieren“, erklärt Sturm.

Vorstandsobmann Herbert Sturm
© LEOPOLD SALCHER

Doch da hakt es. „Der Lagerhausbau wurde seinerzeit vonseiten der ÖBB mittels eines Superädifikates auf großteils ihrem Grund ermöglicht“. Nun strebt Sturm den Ankauf dieser ÖBB-Fläche im Ausmaß von rund 1500 Quadratmetern an. Die Genossenschaft wolle eine solche kostenintensive und nachhaltige Investition nur auf Eigengrund tätigen und sich nicht auf das dünne Eis eines Superädifikates begeben. Superädifikate sind Gebäude, die auf einem fremden Grundstück in der Absicht errichtet werden, dass sie nicht auf Dauer auf diesem Grundstück bleiben.

Vermessungen müssen noch stattfinden

Die ÖBB zeigen sich gesprächsbereit. Laut Pressesprecherin Rosanna Zernatto-Peschel gebe es bereits Vorbereitungsarbeiten. „Für die exakte Grenzziehung muss zuerst der Abschluss aller Baumaßnahmen im Bereich der neuen Überfahrtsbrücke und der angrenzenden Eisenbahnkreuzung abgewartet werden.“ Diese Vermessungen sollen je nach Schneelage im Frühjahr 2023 abgeschlossen sein. „Wir rechnen mit dem Verkauf im Laufe des Jahres 2023“, kündigt Zernatto-Peschel an. Das Raiffeisen-Lagerhaus Hermagor kann also mit den Planungen für ein repräsentatives neues Lagerhaus mit Tankstelle an der B 111 schon beginnen.