Die überraschende Schließung des Spittaler Modegeschäftes „Street One“ in der Tiroler Straße sorgte für lange Gesichter bei den Spittalerinnen und Spittalern – und ließ gleichzeitig das Team des Oberkärntner Frauenhauses verwundert zurück. Grund dafür sind die Pläne des Hausbesitzers. Dabei handelt es sich um Andreas Schönberg von der „Schönberg Firmengruppe“, deren Sitz in Graz ist. „Da ich im vergangenen Jahr in Erfahrung gebracht habe, dass in der Region beispielsweise ein Bedarf an Frauenhäusern beziehungsweise an Unterkünften für Frauen besteht, die aktuell in einem Frauenhaus untergebracht sind und die danach in eine Übergangswohnung wechseln wollen, ist eine Entwicklung in diese Richtung von mir angedacht“, teilte er mit. Auch ein Verkauf des Hauses wäre für ihn denkbar.
Am Freitagvormittag meldete sich Angelika Hinteregger zu Wort. Sie ist die Geschäftsleiterin des Oberkärntner Frauenhauses. „Wir haben seit 20 Jahren ein Frauenhaus samt Übergangswohnungen. Der Bedarf ist kärntenweit gedeckt. Daher wundert es uns sehr, wie Herr Schönberg auf die Idee kommt, dass wir mehr Wohnungen benötigen.“ Zudem plane die zuständige Landeshauptmann-Stellvertreterin Gaby Schaunig (SPÖ) weitere Unterkünfte, die zum Teil kurz vor der Realisierung stehen würden.
Bedarf im Bereich Notschlafstellen
In einem Aspekt stimmt Hinteregger Schönberg jedoch zu: „Ja, man braucht Platz, aber das betrifft den Bereich der Notschlafstellen.“ In dem Haus in der Tiroler Straße eine Opferschutzeinrichtung einzuquartieren, sei für sie jedenfalls vom Tisch, da nun der konkrete Standort bekannt sei. Dennoch zeigt sich Hinteregger gesprächsbereit: „Sollte sich Herr Schönberg mit mir unterhalten wollen, lade ich ihn gerne dazu ein.“
Laut Andreas Schönberg habe ein Mitarbeiter vor eineinhalb Jahren im Internet gelesen, dass der Bedarf an Übergangswohnungen gegeben sei. „Wir verstehen natürlich, dass die Adresse solcher Schutzeinrichtungen nicht bekannt sein sollte. Daher sehen wir von diesen Plänen ab und werden den Verkauf des Hauses forcieren“, sagt Schönberg.