Lange Zeit lag das Schicksal des Eisbetriebs in der Nockhalle Radenthein in den Sternen. Eine fehlende Genehmigung als Sport- und Veranstaltungsstätte schob dem Ganzen einen Riegel vor. Doch diese Zeiten gehören nun der Vergangenheit an. „Die Nockhalle geht wieder als Eishalle in Betrieb“, verkündet Bürgermeister Michael Maier voller Freude, nachdem auch vom Gemeinderat grünes Licht gegeben wurde. Die Retter in der Not sind Mario und Markus Kulnig aus Klagenfurt-Land. Das Vater-Sohn-Duo beziehungsweise der von den beiden gegründete Verein „Eishallenverwaltung Radenthein“ ist ab 1. März offiziell der neue Pächter und Betreiber der Nockhalle. Mario Kulnig ist als Mitgesellschafter und Betreiber des Ferlacher Eissportzentrums in der Sportszene sehr gut vernetzt. Gesundheitliche Probleme haben ihn jedoch zuerst zu einer Auszeit und schließlich zum beruflichen Ausstieg in Ferlach gezwungen.

Durch Hörensagen wurde er im Dezember 2025 auf die Nockhalle aufmerksam, griff zum Hörer und wählte Maiers Nummer. Kurz darauf saß man am Tisch und sprach über den Ist-Stand, Vorstellungen und Visionen. Man wurde sich schnell einig, gemeinsam mit Maier und Stadtamtsleiterin Sandra Schneeweiß wurde ein Pachtvertrag entworfen und das Vorhaben per Handschlag – nach der Zustimmung des Gemeinderates – besiegelt. Zur Unterstützung wurde dem Verein auch eine finanzielle Hilfestellung vom Sportreferat des Landes Kärnten in Aussicht gestellt. „Mit der Verpachtung liegt der Betrieb der Nockhalle samt allen Investitionen und laufenden Betriebskosten ab nun in den Händen von privaten Profis und nicht mehr in der Verantwortung des Sportreferats der Stadtgemeinde Radenthein“, erklärt Maier, dessen Idee einer multifunktionalen Sporthalle damit hinfällig ist.

Mario Kulnig mit seinem Sohn Markus und Bürgermeister Michael Maier
Mario Kulnig mit seinem Sohn Markus und Bürgermeister Michael Maier © Stadtgemeinde Radenthein

Arbeiten beginnen demnächst

In den nächsten Wochen geht der Neustart auch schon los. Die notwendigen Investitionen in die Dachkonstruktion und Kältetechnik, damit die Nockhalle rechtlich und technisch in den Eisbetrieb gehen kann, stehen auf der To-do-Liste ganz oben. Mehrere 100.000 Euro nimmt die Familie Kulnig dafür in die Hand. Ziel ist es, den Eisbetrieb bereits im Herbst wieder aufzunehmen. Anfragen für Reservierungen von Eiszeiten nimmt Markus Kulnig ab sofort unter 0664-944 90 90 entgegen. In den darauffolgenden Jahren stehen weitere Investitionen im Bereich Schallschutz und Erneuerung der Kältetechnik an, da die Anlage allmählich das Ende ihrer Lebenszeit erreicht. Laut externen Fachleuten liegen die zu erwartenden Gesamtkosten bei etwa 1,25 Millionen Euro. Im Gegenzug sind die ersten 15 Jahre für die Familie Kulnig pachtfrei.

Damit die Bürgerinnen und Bürger, Schulen und Kindergärten nicht zu kurz kommen, hat sich Maier einen Plan zurechtgelegt. „Die Stadtgemeinde wird Eiszeiten für den Publikumslauf und den Unterricht im Winter kostenlos zur Verfügung stellen.“ Darüber hinaus stellte Maier auch den Kontakt zwischen dem Vater-Sohn-Duo und der Tourismusregion Millstätter See – Bad Kleinkirchheim – Nockberge her, um mit der Nockhalle als ganzjährige Eissportstätte künftig auch touristische Betten zu füllen.

„All Win“-Situation

Die Freude über die erfolgreichen Verhandlungen ist nicht nur bei der Familie Kulnig und dem Bürgermeister groß. Auch Sportstadtrat Wolfgang Polanig freut es sehr, dass es nach jahrelangen, intensiven Bemühungen gelungen ist, den Eisbetrieb in der Nockhalle mit dem vorliegenden Pachtvertrag nachhaltig sicherzustellen.

Mit dem Neustart entstehe eine „All Win“-Situation, sagt er. „Für die Stadtgemeinde Radenthein bedeutet das eine Entlastung der Gemeindefinanzen. Weiters erhält der Kärntner Winter- und Eishockeysport wieder eine wichtige Infrastruktur in der Region, von der auch der Tourismus durch zusätzliche Nächtigungen im Rahmen von Trainingslagern in der Vor- und Nachsaison profitieren wird. Vor allem aber gewinnen unsere Kinder und Jugendlichen sowie alle Sportinteressierten eine nahezu ganzjährig nutzbare Sportstätte zurück. Radenthein setzt damit ein klares Zeichen für Sport, Jugendförderung, Tourismus und nachhaltige Standortentwicklung.“