Der Lendorfer Philipp Glanzer lässt mit dem Sozialprojekt „Hilfe im Doppelpack“ – Pfandflaschen nehmen dabei eine zentrale Rolle ein – aufhorchen. Er möchte damit einen innovativen Weg gehen, um Gutes zu bewirken – ohne dass jemand direkt in die Brieftasche greifen muss. „Das Konzept verbindet regionale Armutsbekämpfung mit internationaler Entwicklungshilfe und zeigt, dass nachhaltiges soziales Engagement einfach und wirkungsvoll sein kann“, sagt Glanzer. Sein Pfandflaschenprojekt, das in Kooperation mit Oberkärntner Gemeinden und einer Handelskette umgesetzt werden soll, sieht vor, dass Gemeinden Sammelstellen für Einwegpfandflaschen einrichten. Dort können Bürgerinnen und Bürger ihre Flaschen abgeben, das daraus resultierende Pfandgeld wird gesammelt und wohltätigen Zwecken zugeführt.

Nun will der Lendorfer Kooperationspartner gewinnen. „Seeboden und Mühldorf haben bereits zugesagt. Von anderen Oberkärntner Gemeinden erhoffe ich mir demnächst Unterstützung.“ Er wandte sich mit der Bitte an Gemeindereferent Daniel Fellner (SPÖ), die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister der Oberkärntner Gemeinden um ihre Mithilfe zu ersuchen. Darüber hinaus hat er Kontakt mit größeren regionalen Unternehmen aufgenommen. „Ich und meine Familie sind bereits fleißig dabei, durch das Sammeln von Pfandflaschen unseren Beitrag zu leisten. Wenn man armutsbetroffene Familien oder Jugendlichen bereits mit 200 bis 300 Euro unterstützen kann, ist das in der heutigen Zeit bereits ein großer Erfolg“, so Glanzer weiter.

Er stellte ein Berechnungsmodell auf, bei dem er die Anzahl aller Haushalte in den 33 Gemeinden des Bezirks erhoben hat. Er geht davon aus, dass pro Haushalt im Schnitt jährlich 500 Pfandflaschen anfallen würden. „Wenn nur jeder zweite Haushalt bei meiner Aktion mitmachen würde, ergebe das im Jahr eine Summe von rund 1,996 Millionen Euro“, rechnet Glanzer vor.

70 Prozent für Oberkärnten, 30 Prozent für Afrika

Wer soll die Spenden erhalten? „70 Prozent kommen sozialen Einrichtungen in Oberkärnten zugute – insbesondere Projekten, die armutsgefährdete Kinder und Jugendliche unterstützen. 30 Prozent fließen an den Verein UJAMAA, der in Afrika – aktuell im Dorf Mabiala – nachhaltige Entwicklungsarbeit leistet. Dort werden mit den Mitteln Zugang zu sauberem Wasser, medizinischer Versorgung und Bildung geschaffen“, sagt Glanzer, der nach einem Vortrag von Elisabeth Klösch (Verein UJAMAA) im Kultursaal Lendorf, die spontane Idee für sein Sozialprojekt hatte: „Wir dürfen die Not vor der eigenen Haustür nicht vergessen, aber auch nicht jene, die weit weg um ihre Existenz kämpfen. Dieses Projekt verbindet beides – Hilfe hier und dort, im Doppelpack.“