Krankheit, Trauer und Tod stellen uns vor große Herausforderungen. Bei Gesprächen in der Pfarre Lienz St. Andrä kam deshalb die Idee auf, in der Nähe des Lienzer Friedhofes einen besonderen Ort der Hoffnung zu gestalten. Dieser Ort sollte allen Menschen offenstehen und ihnen helfen, die Zeit der Trauer zu erleichtern und auch Hilfen zu finden, wie aus Trauer Dankbarkeit und Wertschätzung wachsen kann. Stille und Ruhe und ab und zu ein aufmunterndes Gespräch können dabei helfen.

Das Trauerplatzl befindet sich im Garten des Bildungshauses Osttirol. Direkt neben der Eingangstür zum Bildungshaus befindet sich eine weiße Gartentür, die direkt in den Garten führt. Bitte einfach auf der Bank vor dem Gartenhaus verweilen und im Schatten des Baumes den Ort genießen. Im Gartenhaus liegen auch Texte und Bücher zum Thema Trauer und Hoffnung auf.

Eigenes „Trauerplatzl-Team“

Um Dekan Franz Troyer formierte sich ein „Trauerplatzl-Team“, dem auch Elisabeth Ziegler-Duregger, Sigrid Obermoser und Rudi Rumpl angehören. Troyer erinnert an das Sprichwort „Kummer, der nicht spricht, geht zu Herzen, bis er bricht.“ Gerade deswegen sei er froh, dass Trauer und Kummer heutzutage nicht versteckt werden: „Es ist ein Zeichen von Stärke, wenn wir nicht alle Probleme allein lösen, sondern uns helfen lassen. Möge unser Trauerplatzl so ein Ort sein.“

Dekan Franz Troyer
Dekan Franz Troyer © Christoph Blassnig

Elisabeth Ziegler- Duregger sagt: „Ich mache mit, weil ich im Leben viele persönliche Erfahrungen mit dem Tod in Familie und Freundeskreis bewältigen musste und mich seit 20 Jahren mit dem Thema Trauer in Form von Texten für Vorbeten und Begräbnisse von Menschen ohne kirchliche Verbindung beschäftige. Auch weil ich spüre, dass Himmel und Erde das Land sind, in dem wir alle leben, sichtbare und unsichtbare Geschöpfe Gottes. Dieses Vertrauen möchte ich weiter schenken.“

„Trauer ermöglichen, nicht verhindern“

Rudi Rumpl ist langjähriger Trauerbegleiter, ausgebildeter Hospizreferent und Christ: „Das Trauerplatzl will eine Trauerhilfe sein, um durch die Trauer durchgehen zu können. Es ermöglicht Trauer und verhindert sie nicht. Wir hören Trauernden zu, geben keine Rat-Schläge, sondern Hilfe zur Selbsthilfe. Heilsam, wenn sie liebevoll ihre Trauer bewältigen können. Was dann bleibt ist die Dankbarkeit und die Erinnerungen.“ Sigrid Obermoser kommt beim Vorbeten von Begräbnisrosenkränzen mit vielen trauernden Menschen in Kontakt: „Dabei wird mir immer klarer, wie wichtig es ist, durch Zuhören und Zeitschenken diesen Menschen bei der Trauerbewältigung zu helfen.“

Trauerbegleiter und Hospizreferent Rudi Rumpl
Trauerbegleiter und Hospizreferent Rudi Rumpl © Christoph Blassnig

Jeden Samstag, von 16 bis 17 Uhr, gibt es die Möglichkeit zu einem Gespräch, für das man sich nicht voranmelden muss. Ein längeres Gespräch mit Rudi Rumpl ist bei Voranmeldung unter Telefon 0664-181 82 97 möglich. Es handelt sich dabei um eine kostenlose Aktion im Jahr der Hoffnung 2025.