Kärntens Gemeinden kämpfen mit enormen finanziellen Problemen. Die Stadt Spittal geht mit einem neuen Minus von 3,8 Millionen Euro ins neue Jahr, schon 2025 könnte ihr eine Zahlungsunfähigkeit drohen. In der rund 2000-Seelen-Gemeinde Steinfeld im Drautal ist die Lage ebenso dramatisch. Am Mittwoch hat der Gemeinderat den Budgetvoranschlag einstimmig abgelehnt. Steinfeld wird damit erstmals in der Geschichte Abgangsgemeinde. „Das ist historisch. Ich bin seit 26 Jahren im Gemeindedienst tätig, aber so etwas hat es noch nie gegeben, wir konnten immer ausgeglichen bilanzieren“, kommentiert Bürgermeister Ewald Tschabitscher (SPÖ) die prekäre Situation. Die Gründe für die Ablehnung des Budgetvoranschlages seien vielfältig. „Es ist ein absolut fremdbestimmtes Budget ohne Gestaltungsmöglichkeiten“, so Tschabitscher. Obwohl man die Vorgabe der Landesgemeindeabteilung befolgt und die gesamten Bedarfszuweisungen in der Höhe von 440.000 Euro ins Budget zugeschossen habe, steht dennoch ein Abgang von 244.000 Euro zu Buche. Allein die Landesumlage hätte sich von den Kosten her um 40 Prozent erhöht.
Budget abgelehnt
Steinfeld erstmals Abgangsgemeinde: „Das hat es noch nie gegeben“
Gemeinderat in Steinfeld lehnte am Mittwoch den Budgetvoranschlag einstimmig ab. Wichtige Projekte wie Kindergarten-Umbau liegen nun auf Eis.
© Weichselbraun Helmuth