Die Wirtschaftskammer-Regional- und Bezirksstellenausschüsse aus Deutschlandsberg, Voitsberg und Murtal sowie Wolfsberg und Völkermarkt haben sich in der Weststeiermark zu einer gemeinsamen Sitzung getroffen. Im Fokus standen Mobilitätslösungen und wirtschaftliche Vernetzung.
Ein Höhepunkt war die Testfahrt mit einem autonomen Bus im Rahmen des Projekts „Roberta“, das künftig die „letzte Meile“ zwischen Bahnhöfen, Ortszentren und Betrieben erschließen soll. Das Pilotprojekt wird auch im Lavanttal umgesetzt. „Die Testfahrt mit dem autonomen Bus zeigte eindrucksvoll, wie Mobilität der Zukunft im ländlichen Raum funktionieren kann“, sagte Gerhard Oswald, Bezirksstellenobmann Wirtschaftskammer Wolfsberg. „Technologie darf kein Selbstzweck sein – sie muss konkrete Verbesserungen für Betriebe und Pendler bringen.“
Pilotverbindung Bahnhof St. Paul
Das Projekt „ROBERTA – Real World Automated Bus opERaTion Austria“ zielt darauf ab, automatisierte Busse („Torus“) schrittweise in den Linienverkehr zu integrieren. Ab Ende 2027 beziehungsweise Anfang 2028 sollen sie in mehreren Pilotregionen – darunter im Umfeld der Koralmbahn – regulär verkehren. So ist ein selbstfahrender Bus als Pilotverbindung zwischen dem Bahnhof St. Paul, St. Paul Zentrum und St. Andrä im Lavanttal geplant.
Rudolf Bredschneider, Wirtschaftskammerobmann des Bezirkes Völkermarkt, betonte die Bedeutung der Zusammenarbeit: „Diese Zusammenarbeit über Bezirks- und Landesgrenzen hinweg ist ein starkes Signal. Wenn wir unsere Regionen strategisch vernetzen, schaffen wir neue Entwicklungschancen.“
Video: So funktioniert der „Torus“
Unterkärntner hinter Mobilitätskonzept
Hinter dem Mobilitästkonzept steht das Grazer Dienstleistungsunternehmen ALP.Lab, das sich auf intelligente Fahrzeuge, Infrastruktur und Mobilitätslösungen bis hin zu vollautomatisierten Fahrzeugen spezialisiert hat, und dessen Managing Director Christoph Knauder aus Kamp in der Gemeinde Frantschach-St. Gertraud stammt. Der Absolvent der HTL Wolfsberg studierte in Graz Wirtschaftsingenieurwesen einschließlich Doktorat.
Knauders Unternehmen, das eines von zehn akkreditierten Testlabors in Europa für teilautomatisiertes Fahren (Spurassistent und Co.) betreibt, konzentriert sich auf die „Mobilitätsknoten“ – also die Bahnhöfe – entlang der Koralmbahnstrecke. „Wir beschäftigen uns vor allem mit dem öffentlichen Personennahverkehr“, so der Manager. „Wir schauen in die Zukunft.“ Was das bedeutet? „Automatisierter Busverkehr – ein System ohne Lenker etwa zwischen der Anschlussstelle und dem Ortskern von St. Paul oder St. Andrä.“
Was futuristisch klingt, rückt jetzt immer näher. Misstrauische beruhigt Knauder: „Die Fahrzeuge treffen keine eigenständigen Entscheidungen, sondern laufen über ein Leitsystem mit Aufsicht.“ Ziel sei es, die Bahnhöfe entlang der Koralmbahn komfortabel, barrierefrei und bedarfsgerecht zu bespielen.